
von Sonja Deininger
Bildung für nachhaltige Entwicklung
wird zunehmend in den
Orientierungsplänen für Kindergärten
integriert. Das Projekt
„FaireKITA“ stärkt die Kompetenzen
der Erzieherinnen und auch das Bewusstsein
der Eltern und Kinder für
nachhaltigen Konsum, globale Gerechtigkeit
sowie die individuellen
Handlungsoptionen.
Die Initiative zeigt, dass Bildung der
Schlüssel zu einem positiven Wandel in
der Gesellschaft ist. Auch zwei Kindergärten
aus Nürtingen haben sich zertifizieren
lassen und erzählen aus der Praxis.
Das Projekt „FaireKITA“ ist eine Initiative
mit dem Ziel, globales Lernen und Bildung
für nachhaltige Entwicklung (BNE)
im Elementarbereich nachhaltig zu verankern.
Es wurde 2012 vom Netzwerk Faire
Metropole Ruhr ins Leben gerufen und hat
Auch beim Spielzeugeinkauf w rd auf
Herkunft und Nachhaltigkeit geachtet.
Beim Hochbeet Projekt lernen die kleinen
Gärtner, wie Essen wächst und beim Bienenprojekt,
wo der Honig herkommt. Unterstützt
werden die beiden „FaireKITAS“
durch die Eine Weltgruppe Nürtingen sowie
von engagierten Eltern, die den Verein
„Faire Kita e.V.“ in Nürtingen gegründet haben
und sich um Spenden und Öffentlichkeitsarbeit
kümmern.
Bewerbung und Auszeichnung
Kindertagesstätten, Kindergärten, Elterninitiativen
und Familienzentren können
sich um die Auszeichnung als „FaireKITA“
bewerben. Um diesen Titel zu erhalten,
müssen die Einrichtungen fünf bestimmte
Kriterien erfüllen, die sich auf die Verwendung
fair gehandelter Produkte, die
Integration von Bildungsinhalten zu globalem
Lernen und die aktive Öffentlichkeitsarbeit
beziehen.
Die Auszeichnung umfasst mehrere
Schritte. Dazu gehört die Bildung eines
„Fairen Teams“, das aus Vertretern der Mitarbeiterinnen
und Eltern besteht, aber auch
die Integration des Fairen Handels in die
pädagogische Arbeit. Eine Auszeichnung
als „FaireKITA“ bietet zahlreiche Vorteile.
Neben der Kompetenzstärkung der pädagogischen
Fachkräfte erhalten die ausgezeichneten
Kitas auch Unterstützung in Form
von Fortbildungen, Impulsen für Projekte
und die Vermittlung von Referenten und
Bildungsmaterial.
EPiZ - Entwicklungspädagogisches
Informationszentrum, Wörthstraße 17,
72764 Reutlingen, fairekita-bw.de
Blick über den Tellerrand
Initiative „FaireKITA“ - Nachhaltigkeit im Kindergarten
sich seitdem zu einem wichtigen Bestandteil
der frühkindlichen Bildung in Deutschland
entwickelt. In Baden-Württemberg
engagiert sich das Entwicklungspädagogische
Informationszentrum EPiZ um die
Auszeichnungen und die „FaireKITAS“ Baden
Württemberg. Es sieht sich als „Haus
des Globalen Lernens und der Bildung für
nachhaltige Entwicklung.“
Ziele und Vision
„FaireKITA“ verfolgt die Vision einer zukunftsfähigen
Entwicklung, wie sie in der
Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit
den siebzehn globalen Nachhaltigkeitszielen
festgelegt ist. Die Grundidee ist,
Kindern bereits im frühen Alter ein Bewusstsein
für globale Zusammenhänge
und Nachhaltigkeit zu vermitteln. Durch
das Projekt lernen die Kinder einen respektvollen
Umgang mit Mensch und
Natur.
Kinder werfen gemeinsam mit Eltern
Erzieherinnen und Erziehern einen Blick
über den Tellerrand und erfahren einiges
über das Leben der Menschen und Familien
in anderen Teilen der Welt, die zum
Beispiel Baumwolle für unsere T-Shirts,
Früchte, Kakao für die Schokolade oder
Nüsse anbauen. Eine „FaireKITA“ öffnet
Lernräume für Selbstwirksamkeit und Kreativität.
Kinder lernen die Welt im Kleinen
und im Großen mitzugestalten – auf spielerische,
altersgerechte und kreative Weise.
Ganz im Sinne der Bildung für nachhaltige
Entwicklung.
„FaireKiTA“ in der praxis
In Nürtingen sind die Kindergärten Breiter
Weg und Achalmstraße bereits seit
über drei Jahren „FaireKITA“. „Die Zertifizierung
war der Anstoß für viele Prozesse
des Umdenkens in unseren Kitas. Der
erste pädagogische Tag zum Thema Nachhaltigkeit
hat auch viele Kollegen erst für
dieses Thema sensibilisiert“, berichten
Regine Lohr-Wahler und Dörte Leske,
Leiterinnen der beiden „FaireKITAS“ in
Nürtingen. So gibt es zum Beispiel jetzt
ein Tauschregal, Tee, Kaffee und Schokolade
werden nur noch aus fairem Anbau bezogen.
Es gibt keine Wegwerfartikel mehr
zu Geburtstagen, stattdessen schenken Erzieherinnen
„gemeinsame Zeit“.
uf wir
Wandbild aus dem „Regenwald-Projekt“ des Kindergartens „Breiter Weg“
Naturpädagogisches Angebot für
nachhaltige Entwicklung.
©Deininger
© Kita „Breiter Weg“
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