
Jeder Quadratmeter zählt
Mehr Bio-Diversität im eigenen Garten
Naturnahe Gärten bieten Lebensraum für Insekten, Amphibien und Vögel.
©Blattwerk
von Annette Frühauf
Vielfalt im Garten bedeutet mehr Lebensraum
für heimische Tiere und Pflanzen.
Ob groß oder klein, jeder Garten bietet
die Möglichkeit, aktiv zum Erhalt der
Artenvielfalt beizutragen. Hartmut Bremer
von der Blattwerk Gartengestaltung GmbH
in Stuttgart-Kaltental gibt wertvolle Tipps,
wie man seinen Garten naturnah gestalten
kann.
Bei der Gartengestaltung stehen die Bedürfnisse
des Menschen nach Struktur, Schatten und
Schutz oft im Konflikt mit der Notwendigkeit, natürliche
Lebensräume zu erhalten. „Die meisten
Menschen fühlen sich in der Natur wohl, auch
wenn dort keine strenge Ordnung herrscht“,
betont Hartmut Bremer, Geschäftsführer von
Blattwerk. „Gerade deshalb verzaubert uns der
Anblick einer blühenden Wiese.“ Um das Kleinklima
im Garten zu verbessern, empfiehlt der
Landschaftsgärtnermeister, nur die Flächen zu
versiegeln, die unbedingt notwendig sind, wie
zum Beispiel eine Terrasse.
Der Boden ist reich an Leben, das Mensch
und Tier als Nahrung dient. Deshalb ist es wichtig,
dieses unsichtbare Ökosystem zu schützen. Die
verbleibenden Grünflächen im Garten können in
verschiedene Bereiche gegliedert werden. Neben
den Rasenflächen, die in heißen und trockenen
Sommern oft leiden, können Blumenwiesen mit
Wildblumen, Gräsern und blühenden Kräutern für
mehr Abwechslung und eine idyllische Atmosphäre
sorgen.
Mehr dem Zufall überlassen
„Es ist wichtig, auch dem Zufall Raum zu geben“.
Der Landschaftsgärtner-Meister ermuntert dazu,
die natürliche Dynamik im Garten zu genießen.
Pflanzen, die sich von selbst ansiedeln, passen oft
am besten zum Standort. Der Garten wird zum
naturkundlichen Observatorium, in dem es viel zu
beobachten gibt. Für mehr Lebensraum im Garten
sind auch tote Stämme und Äste wichtig, die
verschiedenen Tieren wie Blindschleichen, Eidechsen,
Kröten, Insekten und Spinnen Unterschlupf
bieten. Totholz dient auch als Baustoff für früh fliegende
Insekten. Stauden sollten erst im Frühjahr
zurückgeschnitten werden, da sie als Überwinterungsquartier
für Larven und Eier von Insekten
dienen.
reisighaufen als Unterschlupf
Nicht alle Gartenabfälle müssen kompostiert oder
gar deponiert werden. Auch Reisighaufen bereichern
das Gartenleben. Um Kontraste und zusätzliche
Lebensräume zu schaffen, können kleine
Trockenmauern errichtet werden, die Hänge terrassieren
und als Sitzmauern dienen. Sie sind
nicht nur bei Eidechsen beliebt. „Vielfalt im Garten
schafft mehr Lebensraum“, lautet das Motto.
Mehr Natur im Garten ist eine Antwort auf den
Rückgang der Artenvielfalt und das Verschwinden
von Insekten, Vögeln und anderen Tieren. Es gilt,
das zu erhalten, was noch existiert.
Für Inspiration können Interessierte den
Schaugarten von Blattwerk in Kaltental, im Stuttgarter
Süden, besuchen, für den eine Terminvereinbarung
empfohlen wird. Ein weiteres Vorzeigeprojekt
für naturnahe Gestaltung ist die Umgestaltung von
Außenanlagen des VfB Stuttgart. Dort haben die
Gärtnerinnen und Gärtner von Blattwerk rund um
das Trainingsgelände gemeinsam mit dem NABU
die Rasenflächen aufgelöst. Entstanden sind elf verschiedene
Themenflächen zu heimischen Pflanzen,
Insekten und Tieren. Auf einem Lehrpfad erfahren
Besucher, Fans und Zuschauer sowie Schulklassen
mehr über den Naturschutz und die Schönheit der
heimischen Flora und Fauna.
Blattwerk Gartengestaltung GmbH,
Böblinger Str. 446, Stuttgart, Tel. 34169490,
blattwerk-gartengestaltung.de
–bitte fair!
Trennung mit Kindern?
www.likom.info 07141 / 6887999
Naturschutzzentrum Schopflocher Alb
EINTRITT FREI!
Im Albentdecker-Spielzimmer gibt es für die jüngsten Besucher
einiges zu erkunden. Riesige Steine aus Filz, ein Bällebad mit Tierfiguren
zum Suchen und eine Kletterwand, über der ein Rotmilan
seine Kreise dreht, warten darauf, entdeckt zu werden.
Im Nordteil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb liegt das
Naturschutzzentrum Schopflocher Alb inmitten einer der
schönsten Alblandschaften. Neben der Betreuung der in unmittelbarer
Nähe gelegenen Naturschutzgebiete „Schopflocher
Moor“, „Randecker Maar“, und „Oberes Lenninger Tal“ ist die
Umweltbildung ein Arbeitsschwerpunkt des Naturschutzzentrums.
Eine interaktive Dauerausstellung in Form des Albtraufs
vermittelt Einblicke in die geologischen und biologischen Besonderheiten
des Lebensraumes Schopflocher Alb. Wechselnde Sonderausstellungen,
ein kleines Café mit regionalen Produkten und
das neue Albentdecker-Spielzimmer für die jüngsten Besucher laden
alle zum Erkunden ein. Dazu gibt es ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm
für Groß und Klein.
Naturschutzzentrum Schopflocher Alb
Vogelloch 1
73252 Lenningen-Schopfloch
Tel: 07026950120
www.naturschutzzentrum-schopfloch.de
14 Garten, Tiere, Natur luftballon | April 2025