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am Kindergarten an. Um ohne zu viel Stress aus dem Haus zu kommen, hilft es sicher, dass man sich morgens eine gewisse Struktur überlegt und ein gemeinsames Ritual findet. Zum Beispiel kann das Kindergartenkind immer beim Vespereinpacken helfen und danach verlässt man das Haus. Oder man trinkt zusammen noch einen Kaba, bevor man geht. „Für die Eltern und für uns Erzieher ist es das Schönste, zu sehen, dass die Kinder glücklich sind und gerne in den Kindergarten gehen“, sagt Ho. Und klar, Eltern und Kind sollten sich auf die Kindergartenzeit freuen. „Wenn du als Eltern positiv bist und dich freust, auch wieder Zeit für dich selbst zu haben und selbst wieder etwas vorhast, umso besser ist es für das Kind“, bestätigt Soppa. Struktur und Rituale helfen „Bei uns lernen die Kinder den Einstieg über den rhytmisierten Tagesablauf, durch die gleichbleibenden Rituale. Dadurch bekommt der „Eine gute Partnerschaft zwischen den Eltern und den Erziehern, ein Team zu werden, sich auszutauschen, das ist wirklich wichtig.“ im St. Konrad Kindergarten Tag für das Kind eine Struktur, und das Kind bekommt Halt und Sicherheit“, erklärt Soppa. „Während der Eingewöhnungszeit sind die Eltern unser Gast. Sie sind bei allem mit dabei und sollen sich genauso bei uns wohl fühlen. Während der Eingewöhnungszeit möchte ich, dass die Eltern mit dabei sind. Ich verteile auch Aufgaben und binde die Eltern mit ein, sie dürfen zum Beispiel Obst schneiden und mit in den Wald.“ Die Wernhalde ist eine Waldorf-Kindertageseinrichtung und ein integrativer Sonderschulkindergarten. „Auch bei uns im St. Konrad Kindergarten mit der katholischen Kirche als Träger gibt der klare Tagesablauf den Kindern einen Rhytmus“, erzählt Ho. „Bei uns gibt es eine gemeinsame Begrüßung, Kreisspiele, Frühstück. Mama oder Papa dürfen dabei sein. Und auch in der folgenden Freispielzeit dürfen sich die Eltern dazu setzen.“ Im St. Konrad Kindergarten sind alle Erzieherinnen gemeinsam für das Kind da. Die Kinder dürfen selbst wählen, von wem sie sich beispielsweise wickeln lassen wollen. „Das ist ja etwas sehr Intimes und es ist verständlich, dass sich nicht jedes Kind von jedem Erzieher wickeln lassen möchte“, so Ho. Eingewöhnungszeit für Eltern und Kind „Nach und nach wird langsam versucht, die Distanz zwischen Kind und Eltern zu vergrößern. Ein großer Schritt für alle ist es, wenn die Eltern in unserem Büro, im Raum nebenan, sitzen“, beschreibt Ho. „Die erste richtige Ablösung kommt, wenn sich die Eltern während der Freispielzeit für eine halbe Stunde verabschieden“. Wann dieser Zeitpunkt der ersten Ablösung ist, ist von Kind zu Kind verschieden. „Das Kind gibt einem immer eindeutige Signale, ob es bereit ist für die erste Ablösung oder eben noch nicht“, sagt Ho. Für alle Beteiligten ist es sicher entspannter, wenn es während der Eingewöhnungszeit keinen Zeitdruck gibt. „Aber das nicht jeder diese Zeit hat, ist ja ganz klar. Viele Frauen und Männer müssen wieder anfangen zu arbeiten, dann gibt es eben ein genaues Zeitfenster für die Eingewöhnung“, erklärt Ho. „Durch die Gespräche mit den Eltern wissen wir, wieviel Zeit wir für welches Kind für die Eingewöhnung haben. Dann können wir gezielt darauf achten, einen sehr intensiven Kontakt zu den Kindern aufzubauen, bei denen die Eingewöhnung in einem engeren Zeitfenster stattfindet. Das hat immer sehr gut geklappt.“ Wirklich wichtig ist einfach das gegenseitige Zu- und Vertrauen. „Das Weinen zum Abschied ist meistens vor allem für die Eltern schlimm. Damit sich die Eltern nicht den ganzen Tag fragen, wie es wohl ihrem Kind geht, rufen wir die Eltern gerne nach kurzer Zeit an, erzählen, wie schnell der Trennungsschmerz vergessen Bettina Ho, Erzieherin war, was das Kind gerade macht und dass es ihm sehr gut geht. Nach diesem Telefongespräch können dann auch die Eltern entspannt in ihren Tag starten“, beruhigt Ho. Angekommen „Wie schön, wenn die Kinder angekommen sind“, freut sich Soppa, „man merkt, wenn es so weit ist und sich die Kinder auf den Kindergartentag ohne Eltern einfach freuen.“ Wenn die Eltern stolz sind, dass ihre Kinder Kindergartenkinder sind, wenn die Erzieherinnen eine fröhliche Grundhaltung haben und sich auf die Kinder freuen und wenn die Kinder merken, dass die Erzieherinnen für sie da sind, sie bestärken und auf sie eingehen, dann steht einer wunderbaren Kindergartenzeit nichts im Wege. „Geheimrezepte“ Klar, sind Schnuppertage eine gute Sache, damit Eltern und Kind den Kindergarten und die Erzieher schon mal gesehen haben. „Ich habe einen einfachen Trick, um das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. Ich schaue, was sie gut können und gerne machen und unterstütze sie dabei“, erklärt Ho. „Werden die Stärken des Kindes gefördert, kann es Selbstvertrauen aufbauen, hat Spaß und ist glücklich.“ Und wer glücklich ist, ist auch offen für Neues. „Wir gehen das ganze Jahr über jeden Tag nach dem Frühstück mindestens eine Stunde in den Wald, er ist unser bester Erzieher und dazu noch kostenlos“, lacht Soppa, „Unsere Kinder lieben den Wald zu jeder Jahreszeit, da sie dort völlig frei sind und sich viel bewegen können. Das hilft auch den neuen Kindern beim Ankommen.“ Und mehr braucht es nicht zum Glücklichsein! Wir machen Erziehung zum Thema! Im Stadtteil, kostenfrei, auch muttersprachlich in Elternkursen und offenen Treffpunkten. Sie haben Bedarf an einem bestimmten Thema? Teilen Sie uns Ihre Wünsche und Anregungen mit: Telefon: 0711 / 216 - 80 344 (Sekretariat) Gastfamilien gesucht Im Kreis Esslingen suchen wir Gastfamilien für Kinder und Jugendliche mit geistiger und/oder mehrfacher Behinderung, vor allem am Wochenende und in den Ferien. Sie erhalten eine angemessene Aufwandsentschädigung sowie Beratung und Begleitung. Die „Gast-Eltern-Initiative“ bettina.knoedler@diakonie-stetten.de 07151-9403130, 0152-56702865 www.diakonie-stetten.de UND WER FÄNGT MICHAUF? ✆ 63 46 99 Ihre Hilfsadresse WIR! Unsere Familienpflegerinnen stehen im Krankheitsfall an Ihrer Seite, damit Ihre Kinder in gewohnter Umgebung gut versorgt sind. Alle Informationen, z.B. die Beantragung bei Ihrer Krankenkasse, unter: www.ev-familienpflege.de. Unsere Familienpfl egerinnen stehen im Krankheitsfall Ev. Familienpflege Stuttgart e.V. Bismarckstraße 57 · 70197 Stuttgart Luftballon | September 2019 Kinderbetreuung 23


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