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Titelthema: Kinder- Betreuung Hallo Kindergarten, ich komme! Start in den Kindergarten von Tina Bähring Nach den Sommerferien beginnt für viele Kinder und Eltern eine neue, spannende Zeit: die Kindergartenzeit. Oft der erste größere Schritt in die Selbstständigkeit des Kindes. Und oft die erste Trennung von Kind und Eltern. Klar, dass das beiden Seiten schwer fallen kann – aber nicht muss! Die meisten Kinder, die kurz vor dem Kindergartenanfang stehen, können es kaum erwarten, freuen sich und berichten stolz darüber, dass sie schon so groß sind und bald in den Kindergarten kommen. „Ich bin bald ein richtiges Kindergartenkind!“, strahlt Fraja, zweieinhalb Jahre alt, mit funkelnden Augen. „Bei uns wird die kommende Eingewöhnung sehr wahrscheinlich einfach“, lacht Frajas Mama. Allerdings, so erzählt die Mama, war es bei Frajas Bruder ganz anders. „Noah war eher ängstlich und auch ein sehr schüchternes Kind. Er wollte überhaupt nicht gerne in den Kindergarten.“ Zum Glück hatten sie eine super Eingewöhnung und Noah ist nach ein paar Wochen ein glückliches, selbstbewusstes Kindergartenkind geworden. Aber was ist eine gute Eingewöhnung? Wie kann ein Einstieg in einen laufenden Kindergartenalltag sanft und unaufgeregt verlaufen? Schließlich ist dort alles neu, eine neue Umgebung, neue Kinder, große Kinder, laute Kinder, unbekannte Erzieher. Aller Anfang ist neu Dazu kommen verschiedene Erwartungen an die Eingewöhnung. Da ist das Kind, das sich freut, ängstlich ist oder aufgeregt. Das sich gar nicht vorstellen kann, was es wirklich bedeutet, von jetzt an jeden Tag in den Kindergarten zu gehen. Die Eltern, die sich zwar freuen, oft aber auch wehmütig sind. Sie hoffen, dass ihr Kind nicht weint, dass es nicht traurig ist, wenn es in den Kindergarten geht, gehen muss. Und dass die Erzieher nett und liebevoll sind, dass sie Zeit haben, auf die Bedürfnisse ihres Kindes einzugehen und dass der Kindergarten ein guter Kindergarten ist – oft ist es ja nicht der Wunschkindergarten. Und dann sind da die Erzieherinnen, die hoffen, dass sich gute Eltern-Erzieher Kind-Teams bilden, dass sie genug Zeit für die Kinder haben, die neu eingewöhnt werden und genug Zeit für die „großen“ Kinder, die im neuen Kindergartenjahr auch erst wieder ihre neue Rolle finden müssen. „Das Loslassen ist für Eltern oft hart“, erklärt Anna Katharina Soppa, Einrichtungsleiterin der Kindertagesstätte Wernhalde. „Es ist einfach eine Kinder- und auch Elterneingewöhnungszeit!.“ Für Soppa ist für den Start ins Kindergartenleben das Wichtigste, dass von Elternseite ein Vertrauensvorschuss mitgebracht wird. „Denn, ganz klar, du gibst als Eltern das Wertvollste in die Hände des Kindergartens“, sagt Soppa, „und als Erzieher weiß man das und schätzt das sehr.“ Für ein gutes Ankommen ist gegenseitiges Vertrauen das A und O. „Wenn Eltern Fragen haben oder es ein Thema gibt, über das sich die Eltern Gedanken machen, ist es immer gut, uns sofort darauf anzusprechen“, beschreibt Bettina Ho, Erzieherin im St. Konrad Kindergarten in der Sonnenbergstraße. „Denn dann können wir gemeinsam eine gute Lösung finden. Eine gute Partnerschaft zwischen den Eltern und den Erziehern, ein Team zu werden, sich auszutauschen, das ist wirklich wichtig.“ Das Wertvollste abgeben Und je entspannter man in den Tag startet, umso unaufgeregter kommt man 22 Kinderbetreuung Luftballon | September 2019 © tolmacho / pixabay.com


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