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Um Grammatik und Rechtschreibung kommen Grundschulkinder allerdings nicht herum. Regelmäßige Schreibaufgaben fördern die Entwicklung der eigenen Handschrift und formklares, gestaltendes Schreiben. Mathe und Deutsch Mathematik wird nach Deutsch am meisten unterrichtet. Lehrer sind dazu angehalten, eventuelle Vorkenntnisse der Schüler aufzugreifen. Manche können schon zählen oder sogar leichte Rechenaufgaben lösen. Da Mathematik im Alltag vorkommt, muss es kein „trockenes“ Unterrichtsfach sein. Die Schüler bewegen sich in schrittweise größeren Zahlenräumen und bekommen „Die Schüler müssen nicht permanent still sitzen und dem Frontalunterricht folgen, sie dürfen sich und ihr Können im offenen Unterricht mit einbringen.“ zunehmend Sicherheit im Rechnen. Am Ende von Klasse zwei rechnen die Schüler im Zahlenraum bis Hundert und können Plus-, Minus-, Mal- und Geteilt-Aufgaben lösen. Sie entdecken auch geometrische Formen und Körper in ihrem Umfeld. Benedikt Reinhard, Pressesprecher des baden-württembergischen Kultusministeriums Fächerverbund MeNuK aufgelöst Den Fächerverbund „Mensch – Natur – Kultur“ (MeNuK) gibt es im neuen Bildungsplan von 2016 nicht mehr. Seither werden die Fächer Sachkunde, Kunst/Werken und Musik wieder getrennt unterrichtet. Ab Klasse drei werden sie mit Einzelnoten im Zeugnis vermerkt. Im Sachunterricht werden vereinfacht und anschaulich Themen aufgegriffen, die später in den Natur- und Gesellschaftswissenschaften komplexer wieder aufgegriffen werden. In Musik soll vor allem das Interesse für das Fach geweckt und die Freude der Kinder am Singen und Musizieren gefördert werden. Im Fach Kunst/ Werken dürfen die Kinder gestalterisch und handwerklich aktiv sein und ihre ästhetische Wahrnehmung schulen. Bewegung, Sport und Spiel Der Sportunterricht gibt mit seinem Titel „Bewegung, Sport und Spiel“ das Signal, dass nicht nur die sportliche Betätigung im Schulalltag eine Rolle spielt, sondern dass auch Bewegung und Spiel ein wichtiger Bestandteil sind, damit sich die Schüler nach der aktiven Unterbrechung wieder auf den Unterricht konzentrieren können. Sie bekommen aber auch einen Einblick in verschiedene Sportarten. Der Religionsunterricht wird nach Bekenntnissen erteilt. Die Schüler lesen ausgewählte biblische Texte, reflektieren diese und stellen immer wieder einen Bezug zu ihrer eigenen Lebenswelt her. Englisch jetzt erst ab Klasse 3 Englisch (an der Rheinschiene Französisch) wird seit dem vergangenen Schuljahr erst ab Klasse drei unterrichtet und erhält mit nur zwei Stunden je Schuljahr vergleichsweise wenig Gewicht. Nicht das Schreiben von englischen Texten steht im Vordergrund. Bisher wurde kein expliziter Grammatikunterricht erteilt. Das bedeutet aber nicht, dass nur Lieder gesungen werden und die Kinder nicht von kompetenten, voll ausgebildeten Fachlehrern unterrichtet werden. „Der Beginn des Fremdsprachenunterrichts in Klasse drei befindet sich noch in der Umstellung. Ziel ist aber, dass er wegen des späteren Beginns stringenter sein soll. Auch kleine Grammatikeinheiten sind denkbar“, so Benedikt Reinhard. Jörg Keßler ist Professor für die englische Sprache und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist das frühe Fremdsprachenlernen. Er bedauert, dass die Fremdsprache nicht mehr ab Klasse eins unterrichtet wird, zumal es inzwischen voll ausgebildete Fachkräfte gebe. „Der frühe Erwerb einer Fremdsprache trainiert das Hörverstehen, außerdem hat er positive Auswirkungen auf die Aussprache. Wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Kinder von kompetenten Lehrkräften unterrichtet werden und möglichst viel auditiven Input von Muttersprachlern bekommen (beispielsweise durch CDs oder DVDs)“, so Keßler. „Grundschulkinder müssen nicht korrekt in der Fremdsprache schreiben können. Das können auch gleichaltrige Muttersprachler nicht. Die Schriftlichkeit wird nur angebahnt.“ „Je früher, desto besser“ könne keine Regel sein. Sei die Qualität des Unterrichts gut, würden die Schüler aber beim weiteren Erwerb der Fremdsprache davon profitieren. Studien würden belegen, dass Kinder, die im Unterricht angemessen gefördert worden sind, ein erstaunlich großes Repertoire an englischen Sätzen nach Klasse vier produzieren können. Andere Studien, die zeigen, dass Schüler ohne Vorkenntnisse andere Schüler mit Englischkenntnissen aus der Grundschule in der weiterführenden Schule nach nur zwei Jahren überholen, rechtfertigen laut Keßler nicht ohne Weiteres die Rückverlegung des Fremdsprachenunterrichts. Sie würden nicht erklären, was in der Grundschule passiert ist. Seines Erachtens würden die Vorkenntnisse häufig in der Sekundarstufe nicht angemessen gewürdigt, beim Übergang in die weiterführende Schule gebe es Optimierungsbedarf. Tipps & Wiss ensw ertes in Kürze: Elterninformation zum Schulstart 2019, herausgegeben vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: https://km-bw.de Der aktuelle Bildungsplan von 2016: http://www.bildungsplaene-bw.de/ bildungsplan,Lde/Startseite/BP2016BW_ALG / BP2016BW_ALG _GS Interview mit Jörg Keßler bei Deutschlandfunk online über den Nutzen des frühen Fremdsprachenlernens: https://www.deutschlandfunk.de/debatte-umenglisch an-grundschulen-mehrsprachigkeitist. 680.de.html?dram:article_id=440856 Stuttgart-West Ostfildern-Nellingen Faszinierende Kampfkunst Kostenloses Probetraining www.aikido-mtv-stuttgart.de Den Menschen sehen. SCHULE neu gedacht Mit allen Sinnen lernen und die Inklusion im Blick. Das heißt gemeinsamer Unterricht für Kinder mit und ohne Sehbeeinträchtigung, in kleinen Klassen, sowie individueller Förderung und Betreuung von der Grund- bis zur Sekundarstufe 1, für Schulanfänger und Quereinsteiger. Inklusive Betty-Hirsch Schule Stuttgart Telefon 0711-6564-259 betty-hirsch-schule.de Luftballon | September 2019 Schulanfang 11


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