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ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG 12 Nominierungen ARD HÖRSPIELTAGE 2016 Die Jury © Karoline Bofinger © Wolfgang Schmidt © Privat © Philip Henze © Reinhard Werner Hermann Beil (Juryvorsitz) Chefdramaturg beim Berliner Ensemble, Gastspiele als Rezitator, Schauspieler und Regisseur Elisabeth Schweeger Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg Elena Zieser freie Hörspielregisseurin und Master-Studentin an der Bauhaus- Universität Weimar Wolfgang Engler Rektor der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin Oliver Bukowski freiberufliche Tätigkeit als Autor für Bühne, Hörfunk, Film sowie Dozent an diversen Institutionen lisation: Leonhard Koppelmann | Produktion: BR 2016 | Länge: 74’49’’ Nach der Jurydiskussion Frageforum mit Frank Witzel (Autor und Musik), Leonhard Koppelmann (Bearbeitung und Realisation) und Katarina Agathos (Redaktion), ZKM_Musikbalkon Samstag, 12. November 16 Uhr �� ZKM_Kubus Screener Täglich werden Massen von Videos im Internet bereitgestellt – Tutorials, Katzenfilme oder Fail- Videos, aber auch Pornografie, Gewalt, Erniedrigung, Snuff-Videos. Was passiert, wenn man all das, was in der Welt und vor der Kamera geschieht, auch ansehen muss? Dem entmutigten Felix bietet sich nach mehreren erfolglosen Bewerbungen schließlich eine Stelle als „Content Reviewer“ für ein großes Internet-Unternehmen. Er filtert und löscht Tag für Tag unangemessenes oder auch eindeutig illegales Material im sicheren Glauben, die Distanz wahren zu können. Doch die Bilder hallen nach und brechen in private Momente ein. Die Flut an Reizen und unerträglichen Inhalten brandet in seinem Kopf weiter. Felix’ Leben gerät aus den Fugen. Mit subtilen akustischen Mitteln vermittelt Lucas Derycke die Erfahrung visueller Überwältigung und emotionaler Überforderung. Er macht hörbar, was nicht sichtbar ist: Die schleichende Veränderung und Versehrung im Innern eines Menschen. Mit: Andreas Helgi Schmid, Vanessa Loibl, Moritz Führmann, Thomas Bading, Benjamin Höppner u.v.a. | Regie: Lucas Derycke | Übersetzung: Angela Kuhk | Musik: Jonathan Dhuyvetters und Niels Latomme | Produktion: WDR 2016 | Länge: 43’47’’ Nach der Jurydiskussion Frageforum mit Benno Müller vom Hofe (Toningenieur) und Hannah Georgi (Dramaturgie und Redaktion), ZKM_Musikbalkon Rehberg als Erzähler eine scheinbar erratische Geschichte, die sich – mit glänzend besetzten Stimmen und im rasanten Wechsel der Erzählebenen und Hörbilder – zu einem surreal-düsteren seltsam aktuellen Gesellschaftstableau steigert“. Mit: Hans-Michael Rehberg, Florian Lukas, Matthias Habich, Gloria Endres de Oliveira, Angela Winkler, Brigitte Hobmeier, Robert Dölle, Hanna Plaß, Michael Altmann, Corinna Kirchhoff, Wolfgang Michael, Jordy-Leon Sun, Andreas Szerda, Horst Hildebrand | Funkeinrichtung und Regie: Walter Adler | Komposition: Pierre Oser | Produktion: SWR 2015 | Länge: 74’35’’ Nach der Jurydiskussion Frageforum mit Lothar Trolle (Autor), Walter Adler (Funkeinrichtung und Regie) und Andrea Oetzmann (Dramaturgie), ZKM_Musikbalkon Samstag, 12. November 14 Uhr �� ZKM_Kubus Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 Das Jugendzimmer als Echoraum der Geschichte: Gudrun Ensslin, eine Indianersquaw aus braunem Plastik, und Andreas Baader, ein Ritter in schwarzglänzender Rüstung, – so vermischen sich im Kopf des 13-jährigen namenlosen Erzählers die politischen Verwerfungen in der BRD des Jahres 1969 mit seinen kindlichen Fantasien. Zusammen mit dem Teenager begeben wir uns in den oszillierenden Raum seiner manisch-depressiven Störung – seine Lebensorte und Erinnerungen überlagern und verwischen sich mit dem letzten Ort seines kurzen Lebens im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die Vergangenheit, ihr Geruch, ihr Geschmack und die darin wohnenden Ängste und Traumata brechen durch eine mühsam geklitterte Oberfläche. Seine Jugend zwischen Kirche und Krankheit setzt den jugendlichen Erzähler fortwährenden Befragungs-, Verhör- und Geständnissituationen aus – ob in seiner Therapie oder im Beichtstuhl. Über seine Störung befindet der Erzähler dabei, „man ist ja nicht immer wahnsinnig, sondern man ist wahnsinnig und dann wieder nicht, so wie man liebt und dann wieder nicht.“ So unstet wie seine Zustände ist auch seine Erzählung, und so befindet er weiter: „erlöse uns von unseren Gedanken und Meinungen und dem Versuch, Geschichte zu rekonstruieren und immer gleiche Gedanken in Wiederholungen zu perpetuieren und damit das kardiovaskuläre System langsam nach unten zu fahren.“ Für seinen Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ erhielt Frank Witzel den Deutschen Buchpreis 2015 sowie den Robert Gernhardt Preis 2012. Die Hörspielbearbeitung wurde im Juni 2016 zum Hörspiel des Monats gewählt. Mit: Jonas Nay, Edmund Telgenkämper, Valery Tscheplanowa, Christiane Roßbach, Peter Fricke, Oliver Nägele, Shenja Lacher, Götz Schulte | Rea- Moderator und Redakteur Jörg Biesler moderiert den Wettbewerb und das Frageforum. Illustration: Frank Witzel Fotonachweise: Lucas Derycke © WDR/Sibylle Anneck


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