Page 11

BNNSONDER_ARD_Hoerspieltage_220

ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG ARD HÖRSPIELTAGE 2016 Nominierungen 11 Freitag, 11. November 19 Uhr �� ZKM_Kubus Ich dachte, in Europa stirbt man nie Sie kommen aus Syrien, aus Afghanistan, aus Serbien, aus Angola und aus Nigeria. Sie wollen anonym bleiben, ihre Identität nicht preisgeben. Sie sind aus verschiedenen Gründen geflohen, haben Asyl beantragt, sind geduldet oder illegal in Deutschland. Ihr Zustand ist der permanente Transit zwischen Gestern und Morgen, zwischen dem, was sie verlassen haben und dem, was sie erwartet. Die Dokumentarfilmerin Sarah Schreier hat in langen Vorgesprächen sechs Flüchtlinge – zwei Frauen und vier Männer – kennengelernt und im Oktober 2015 ins Hörspielstudio des rbb eingeladen. Dort haben sich die sechs ein Wochenende lang anhand von Gegenständen, die jeder mitgebracht hat und im Rahmen eines sorgfältig ausgewählten Settings gegenseitig ihre Geschichten erzählt. Mit: den Stimmen von sechs Menschen aus Syrien, Afghanistan, Serbien, Angola und Nigeria | Regie: Alfred Behrens | Produktion: rbb 2015 | Länge: 52 ’28’’ Nach der Jurydiskussion Frageforum mit Sarah Schreier (Idee und Konzept). Esther Jacobs Völk (eine der sechs Stimmen) Regine Ahrem und Mareike Maage (Redaktion), ZKM_Musikbalkon Samstag, 12. November 11 Uhr �� ZKM_Kubus Dshan Lothar Trolle hat sich die 1935 entstandene Novelle „Dshan“ des sowjetischen Schriftstellers Andrej Platonow (1899 – 1951) anverwandelt und sie überschrieben. In seinem Hörspiel verschmelzen Hölle und Paradies, archaischer Mythos und minutiöse Dokumentation, Utopie und Leid, Leben und Sterben zu einem sprachgewaltigen Erzählstrom. Im Zentrum steht der junge Ingenieur Nasar Tschagatajew, der den Auftrag übernommen hat, ein kleines nomadisierendes Wüstenvolk zu retten, das sich „Dshan“ – „Seele“ – nennt und dem er selbst entstammt. Er soll es aus der Sarykamysch- Senke in der Ustjurt-Steppe heim in den Schoß der Sowjetmacht führen. Die Rückführung der Waisen, Heimatlosen und Ausgestoßenen gelingt nicht, dafür aber ihre Verlebendigung aus dem „Zustand des Todes“. Ausgezeichnet als „Hörspiel des Jahres 2015“ von der Deutschen Akademie der darstellenden Künste. In der Jury-Begründung hieß es u.a.: „[…] Mit Unerschütterlichkeit präsentiert Hans-Michael nicht womöglich skrupellose Schlepper, die das mit Flüchtlingen vollgestopfte Boot im Stich gelassen hatten? Hatten sie also drei gefährliche Kriminelle an Bord, denen sie, wenn ihnen ihr Leben lieb war, zuvorkommen mussten? Oliver und Sonja sind entschlossen, ihren Hörern ein wahrheitsgetreues Bild der dramatischen Ereignisse zu vermitteln – jeder auf seine Art. Mit: Devid Striesow, Eva Löbau | Regie: Stefan Kanis | Produktion: MDR 2016 | Länge: 48’45’’ Nach der Jurydiskussion Frageforum mit Holger Böhme (Autor), Stefan Kanis (Regie) und Thomas Fritz (Redaktion), ZKM_Musikbalkon Freitag, 11. November 16 Uhr �� ZKM_Kubus Unter W@sser Louis ist 16 und träumt davon, ein Held zu sein. Als eine Lehrerin vergisst, sich aus dem internen Lehrer-Netzwerk auszuloggen, ergreift Louis diese Chance: Unter dem Decknamen Narzissus fordert er seine Mitschüler auf, ihm ihre Wünsche zu schicken, Erfüllung garantiert. Eko, die Schul-Schönheit, testet Narzissus mit Erfolg und behauptet bald, sie seien ein Paar. Doch wer ist Narzissus wirklich? Das fragt sich auch Ekos Konkurrentin Sedna. Wenn sie nicht Narzissus’ Treiben im Internet verfolgt, trainiert sie, unter Wasser möglichst lange die Luft anzuhalten. Doch aus dem Spiel wird für alle drei Ernst. Einsamkeit unter Jugendlichen, Pseudo- Nähe durchs Internet, realitätsferne Rollenvorbilder – diese Themen verknüpfen die beiden Autoren Jean- François Guilbault und Andréanne Joubert gekonnt zu einem temporeichen und aktuellen Hörspiel. Mit: Max Mauff, Marija Mauer, Elena Berthold | Regie: Anouschka Trocker | Musik: Margareth Kammerer, Bernd Jestram | Produktion: SR/ DKultur 2015 | Länge: 67’55’’ Nach der Jurydiskussion Frageforum mit Anouschka Trocker (Regie) und Anette Kührmeyer (Dramaturgie und Redaktion), ZKM_Musikbalkon Freitag, 11. November 11 Uhr �� ZKM_Kubus Fatima Nach den Sommerferien erscheint Fatima, die noch nie eine Moschee von innen gesehen hat, die gerne raucht, trinkt und flucht, mit Kopftuch in der Schule. Ihr Freund, der sich verraten und übergangen fühlt, reißt ihr im Streit das Kopftuch herunter. Fatima meldet den Vorfall als rassistischen Übergriff der Schulleitung. Alle rätseln, warum sie das tut, selbst ihre Mutter ist entsetzt. Sie empfindet das Verhalten ihrer Tochter als Schlag gegen die Gleichberechtigung muslimischer Frauen, für die sie selbst immer gekämpft hat. Die junge Autorin Atiha Sen Gupta lässt Meinungen aufeinander prallen und verweigert einfache Antworten. Heike Tauch hat die Vorlage zu einem Hörspiel umgearbeitet. Mit: Inka Löwendorf, Siir Eloglu, Erol Afsin, Meik van Severen, Lisa Hrdina, Mai Duong Kieu, Jaime Ferkic, Alexander Angeletta, Arnos Detscher, Zora Fröhlich, Jakob Immervoll, Hanna Stange, Jördis Trauer | Regie: Heike Tauch | Komposition: Jörg Gollasch | Produktion: NDR 2015 | Länge: 47’28” Nach der Jurydiskussion Frageforum mit Heike Tauch (Bearbeitung und Regie) und Susanne Hoffmann (Redaktion), ZKM_Musikbalkon Freitag, 11. November 14 Uhr �� ZKM_Kubus Die meisten Afrikaner können nicht schwimmen Autor Holger Böhme behandelt in seinem Hörspiel ein ganz aktuelles Thema. Seit Oliver in die Sendung geriet, in der Menschen in Gewissensnot im Radio ihr Schicksal berichten und sich dem Urteil der Hörer stellen können, glaubt er, dass das die Lösung für sie ist – für Sonja und ihn. Reden sie doch seit Monaten darüber, was sie bei ihrem Segeltörn im Mittelmeer erleben mussten, nachdem sie drei, sich an Schlauchbootreste klammernde, afrikanische Schiffbrüchige aus dem Wasser fischten. Doch bald kamen Zweifel auf: Handelte es sich überhaupt um Flüchtlinge? Waren es Fotonachweise: Atiha Sen Gupta © Alex Rumford, Heike Tauch © Hernando Tascon Holger Böhme © MDR/ Parusel, Jean-François Guilbault © Marie- Claude Fournier, Andréanne Joubert © Frederique Berube, Sarah Schreier © privat, Lothar Trolle © Astrid Beutel


BNNSONDER_ARD_Hoerspieltage_220
To see the actual publication please follow the link above