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ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG DAS COUVADE-SYNDROM GESUNDHEIT | 19 Dass werdende Väter während der Schwangerschaft ihrer Partnerin häufig auch ein paar Kilos zulegen, ist ein altbekanntes Phänomen – wenigstens beim Menschen. Doch auch Krallenaffen-Männchen kennen Schwangerschaftssymptome: Die künftigen Väter bringen einige Gramm mehr auf die Waage. Diese Gewichtszunahme entdeckten Toni E. Ziegler vom Wisconsin National Primate Centre und seine Kollegen zumindest bei Weißbüschel- (Callithrix jacchus) und Lisztaffen (Saguinus oedipus). Die Wissenschaftler vermuten, dass die Tiere sich so Reserven für die kräftezehrende Zeit der Brutpflege schaffen. Bei diesen Arten investieren die Männchen genauso viel, wenn nicht sogar mehr Zeit als die Mutter für die Fürsorge des Nachwuchses. Das männliche Schwangerschaftssyndrom, auch Couvade-Syndrom genannt, wurde bisher nur beim Menschen beobachtet. Die körperlichen Reaktionen künftiger Väter auf die Schwangerschaft ihrer Partnerin reichen dabei von Gewichtszunahme, Übelkeit, Kopfschmerzen und Ruhelosigkeit bis hin zu depressiven Verstimmungen. Bislang glaubten die meisten Wissenschaftler, dass solche Symptome rein psychosomatische Effekte seien. Allerdings könnten auch evolutionäre Gründe hinter diesen Phänomenen stecken, folgern Ziegler und ihre Kollegen aus ihrer Affenstudie. CO-SCHWANGER AUS SOLIDARITÄT Forscher können erklären, warum auch werdende Väter oft ein wenig zulegen © uzhursky / Adobe Stock


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