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ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG DIE GENETIK DER ZÄHNE FÜNF GENE FÜR ZÄHNE Einige Defekte stehen sogar im Verdacht, Krebs auszulösen Bei einem Zehntel aller Menschen bereitet GESUNDHEIT | 15 die Ausbildung der 32 Kau- und Beißwerkzeuge, der Zähne, Probleme. Um deren Ursprung ausfindig zu machen, setzten finnischen und englischen Forscher an einem bekannten Faktum an: Der Zeitpunkt des Zahnens ist zu 70 Prozent erblich bedingt. In einem Großprojekt erfassten sie statistisch das Zahnen und die Anzahl der Zähne zum Zeitpunkt des ersten Geburtstags von 4564 nordfinnischen und 1518 westenglischen Kindern. Diese frühe Phase der Entwicklung ist entscheidend für die endgültige Ausprägung des Gebisses, schreiben die Wissenschaftler. Bei der Massenuntersuchung sind im Raster der Wissenschaftler fünf Gene hängen geblieben, die für das Zahnwachstum verantwortlich sind. Und weil Genvarianten einen Teil des Risikos für Erkrankungen tragen, spürten die Forscher auch gleich den möglichen Auswirkungen dieser Defekte nach: Eine der Genvarianten erhöht beispielsweise das Risiko um 35 Prozent, dass der Betroffene im Alter von 30 Jahren eine kieferorthopädische Behandlung auf sich nehmen muss. Zu noch dramatischeren Konsequenzen führen Defekte bei vier der „Zahn-Gene“: Sie stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. Die Zahnentwicklung ist nämlich kein isoliertes Ereignis, sondern folgt den Pfaden des frühen Wachstums von Gliedmaßen und Organen. So unterstützen die fünf Zahn-Gene auch die Ausbildung des Kiefers, der Ohren, Finger und Zehen sowie des Herzens. Der nun bewiesene Einfluss des Erbguts auf das Zahnwachstum wird nach Meinung von Studienleiter Marjo-Riitta Jarvelin vom Imperial College London neue Wege öffnen in der Behandlung von Zahn- und Gebissproblemen, auch werde sich die Vorsorge verbessern. Der Zeitpunkt des ersten Zahnens sowie der Ausbildung der zweiten Zähne ist zu 70 Prozent erblich bedingt. © Vitalinka / Adobe Stock Einfluss auf Ohren EMPF EH LUNG 2017 Z AH NAR Z T KREIS K ARL SRUH E Dr. Jos Z. Gal wird von der Redaktion von FOSUS-GESUNDHEIT auf Basis einer unabhängigen Erhebung als Arzt empfohlen.


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