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12 BADEN-MARATHON ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG „Zu zweit ein starkes Team“ Beim sechs Kilometer langen Inklusionslauf rennen Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam Nicht nur Laufen an sich – auch Dehnübungen stehen beim Training für den Inklusionslauf auf dem Programm. Foto: kdm Die Schrittmacher Zugläufer tragen beim Marathon eine besondere Verantwortung Die Jungs und Mädels mit den gelben Luftballons sind beim Fiducia & GAD Baden-Marathon nicht etwa für den Spaß auf der Strecke verantwortlich, sondern sie sind eine Art Zeit- und Zielmarkierung, die bis zum Zieleinlauf ständig in Bewegung ist. Ums etwas profaner zu sagen: Sie sind Zugläufer – Pacemaker. Die Zeit, die auf dem jeweiligen Luftballon steht, entspricht der vorgesehenen Zieleinlaufzeit. Daran können sich die anderen Läufer orientieren, die im besagten Zeitfenster einlaufen möchten. Die Zeitvorgaben für die Marathonstrecke gehen bei schnellen 2:59 Stunden los und enden bei 4:59 Stunden. Erstmals gibt es auch Zugläufer für den Halbmarathon. EIN GUTES GEFÜHL FÜR ZEIT Viel vorgenommen hat sich Zugläufer Johannes Jochem. Sein Luftballon wird die 2:59 tragen. „Wir gehen als Zugläufer paarweise auf die Strecke. Einer ist für den anderen so was wie ein Backup.“ Nein, er wisse noch nicht, wer am Sonntag alles hinter ihm herlaufen werde. Es gibt auch keine Vorbesprechung. „Das ist gut so. Wir laufen ja nicht für bestimmte Läufer, sondern für alle, die eben die Zeit unter drei Stunden anstreben“, berichtet der 34-jährige Zugläufer. Nur eine Vorgabe steht fest: Eine drei als Stundenzahl geht gar nicht. Beim Marathon in Mannheim war Jochem dieses Jahr schon als Zugläufer unterwegs. Seine Vorgabe: 3:14 Stunden. Seine Zielzeit: 3:14,56 – fast eine Punktladung. Die 2:59 traut er sich zu, zumal seine Bestzeit bei 2:50 Stunden liegt. „Aber das wird schon heftig. Und die Verantwortung darf man auch nicht unterschätzen.“ Zugläufer brauchen eine gute innere Läuferuhr, eine tatsächliche Uhr sowie ein gutes Gefühl für Zeit und Kilometer. Ob miteinander gesprochen wird? „Am Anfang. Je mehr Kilometer aber gelaufen wurden, desto ruhiger wird es.“ Beirren lassen sich Zugläufer übrigens nicht. Sie geben das Tempo vor. Jeder (Mit-)Läufer entscheidet selbst, ob er sich daran halten will, oder ob er den Mensch mit dem Luftballon sogar überholen möchte. Der Schuss kann freilich nach hinten losgehen: „Ich hab’s schon erlebt, dass so mancher dann im weiteren Verlauf vom Luftballon gefressen wurde.“ Wie viele Läufer am Ende mit und vor allem wegen ihm ins Ziel ankommen, kann Johannes Jochem nicht vorhersagen. „Ich hoffe ein paar – dann können wir gemeinsam feiern.“ Klaus Müller Zugläufer helfen den anderen Läufern auf der Strecke, ihre persönliche Bestzeit zu erreichen – oder einfach nur ein gleichmäßiges Tempo zu halten. Foto: kdm läufer beim Inklusionslauf paarweise an den Start. Sechs Kilometer gilt es zu meistern. Der Startschuss fällt am Marathon Sonntag um 13 Uhr in der Günther Klotz-Anlage. Zum zweiten Mal gibt es den Lauf. Knapp 40 Paare haben sich bislang angemeldet. Stark vertreten sind die Hagsfelder Werkstätten (HWK). „Wir gehen mit 13 Tandem-Teams an den Start“, berichtet Andrea Sauermost von der Lebenshilfe Karlsruhe, Ettlingen und Um- Klar sei er ein bisschen aufgeregt, räumt Michael freimütig ein. Wer will es ihm verdenken. Für den jungen Mann ist es der erste Start beim Fiducia & GAD Baden-Marathon – um genau zu sein der erste Start beim Inklusionslauf im Rahmen des Laufevents. Und er weiß, was ihn im Ziel erwartet: Viele Menschen, die ihm und den anderen zujubeln werden. Unter dem Motto: „Zu zweit ein starkes Team – gemeinsam Laufen“ gehen Michael und seine Mitgibt es schon seit Jahren, egal ob bei der Badischen Meile, beim Fußballspielen oder anderen Freizeitaktivitäten. „Diesmal hatten wir sogar ein Luxusproblem: Wir hätten viel mehr Tandempartner gehabt“, sagt Andrea Sauermost. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die sechs Kilometer sind für etliche Menschen mit Handicap eine echte Hausnummer. Deswegen kann nicht jeder starten. Und die Herausforderung wird ernst genommen. „Da muss man viel trainieren“, stellt Läufer Yannick fest. Dass er mit Heike eine tolle Laufpartnerin hat, spornt ihn an – wie auch der Gedanke an den Zieleinlauf: „Meine ganze Familie wird da sein.“ ZUSAMMEN IMMER SCHNELLER UND BESSER Training und Vorbereitung sind wichtig, bestätigen auch Christina und Sebastian von den Lions. „Und wir werden zusammen immer besser und schneller“, verraten sie. „Wir motivieren uns nämlich gegenseitig“, schiebt Christina nach. Wie trainiert wird? Natürlich im Team und mit möglichst vielen zusammen – am liebsten in der Günther-Klotz- Anlage. Ein bemerkenswertes Tandem bilden auch Uwe – er ist blind – und Jutta. Verbunden sind sie über eine kurze Schnur, an deren Ende sich Kugeln zum Festhalten befinden. Wichtig sei die Koordination, so die beiden. „Manchmal zieht mich Jutta“, meint Uwe lachend, der übrigens nicht immer blind war. „Ich bin auch gelaufen, als ich noch sehen konnte.“ In jedem Fall freuen sich die Tandems auf ihren Lauf. Und sie haben ein besonderes Ziel: „Vielleicht schaffen wir es, alle gemeinsam einzulaufen“, hofft Andrea Sauermost. kdm gebung, Gesellschafter der HWK. Das wäre im Vergleich zum Vorjahr eine annähernde Verdopplung der Teilnehmerzahl. Mit dem Lions Club Karlsruhe hat die HWK einen starken und engagierten Partner an der Seite. Und zwar nicht nur in der Theorie und mit guten Worten, sondern unmittelbar. „Einige unserer Mitglieder laufen als ein Teil des Tandems mit“, erzählt Gero (die Läufer sprechen sich mit Vornamen an) vom Lions Club. Die enge Zusammenarbeit


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