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10 BADEN-MARATHON ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG lich der aktuellen Veranstaltung handelt es sich somit um zwei Marathons (2016 und 2017). Röll – „nebenbei“ ist er noch Feuerwehrmann – plant zunächst am PC mit Hilfe von Google-Earth-Programmen. Dabei muss er einige wesentliche Punkte beachten – zum Beispiel: Generell gilt, dass die S-Bahnen rollen müssen; die Laufstraßen, besonders am Anfang, wenn das Feld noch nicht so weit auseinandergezogen ist, sollten breit genug sein; Start und Ziel müssen klar definiert sein; neuralgische Punkte, wie zum Beispiel der Hauptbahnhof, müssen in die Planung einbezogen werden; zudem sollte man nicht beliebig viele Schleusen einrichten. Insgesamt also eine äußerst pfriemelige Arbeit. Und dann erst die Karlsruher Bau- Einfach mal so planen – womöglich noch Pi mal Daumen – geht gar nicht. Die Entfernungen vom Start bis zum Ziel müssen stimmen; egal ob nun im Falle der 42,2 Kilometer (eigentlich 42,195 Kilometer) langen Marathonstrecke oder der 21,1 Kilometer langen Halbmarathonstrecke. Und vor allem, erklärt Peter Röll, dürften die Streckenlängen nicht zu kurz sein. Peter Röll ist dafür verantwortlich, dass die Läufer am Ende tatsächlich sagen können, „ich hab’ die Marathonstrecke geschafft“. Röll arbeitet im Organisationsteam des Fiducia & GAD Baden-Marathons mit. Er ist der Mann der Meter und Kilometer, er sagt, wo es genau lang geht. Übrigens: Die von Röll errechneten Streckenlängen werden von Vertretern des Deutschen Leichtathletik Verbands nachgeprüft und vermessen AM ANFANG STEHT DIE GROBPLANUNG Am Anfang steht die Grobplanung im Rückgriff auf die bereits bekannten Strecken. Die Erfahrungswerte, auf die Röll beim diesjährigen Marathon zurückgreifen kann, sind ein Jahr alt und gelten größtenteils im Grunde nur für den Baden-Marathon, der von der Messe Karlsruhe gestartet wird. Einschließerfahrende Planer, der seit ewigen Zeiten beim Baden-Marathon in unterschiedlichen (ehrenamtlichen) Funktionen mitmischt, nicht verlassen. „Nee, vor allem was die Baustellensituation angeht, verlasse ich mich nur auf das, was ich sehe.“ Was heißt: Einzelabschnitte oder immer mal wieder die gesamte Strecke werden von Röll mit dem Fahrrad abgefahren. Analog und in Echtzeit, versteht sich. Nächstes Jahr, wenn der Baden-Marathon an alter Stätte zwischen Carl- Kaufmann-Stadion und Europahalle gestartet wird, könnten wieder Streckenabschnitte durch die Durlacher Altstadt führen – sagt Röll. Und der muss es als Mann der Marathonmeter- und Kilometer schließlich wissen. Klaus Müller stellen. Bald jeden Tag gibt es irgendwo eine neue oder eine, die scheinbar absichtlich auf der Jagd nach genervten Verkehrsteilnehmern durchs Revier wandert. „Da müssen wir uns sehr gut mit den zuständigen Behörden absprechen“, sagt Röll. Und eine Menge Baustelleninfos müsse man in die Planungen einbeziehen. Der Aufwand, bis die Strecken stehen? Weit über 100 Stunden kämen da schon zusammen. „MÜSSEN UNS SEHR GUT MIT DEN BEHÖRDEN ABSPRECHEN“ Keine Frage, der PC, samt der damit einsetzbaren Programme, sind für Röll eine beträchtliche Hilfe. Allein auf den digitalen Output kann und will sich der 42,195 Kilometer Peter Röll sagt den Läufern, wo es genau lang geht Der Mann der Meter und Kilometer ist Peter Röll aus dem Organisationsteam des Fiducia & GAD Baden-Marathons. Foto: kdm Missverständnisse aufkommen: In den besagten Bereichen haben die Streckenposten das Sagen. Die Bereiche gelten nach Auskunft des Marathon Veranstalters für die Zeit der Veranstaltung als Veranstaltungsgelände, genehmigt vom Ordnungsamt der Stadt. Und auf diesen Arealen hat der Veranstalter Hausrecht – kann also im wahrsten Sinne des Wortes sagen, wo es langzugehen hat oder wo gestoppt werden muss. Ohne diesen Kunstgriff und ohne Versicherung gäbe es übrigens wahrscheinlich keinen Baden-Marathon mehr. Im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Laufveranstaltungen (beispielsweise Freiburg und Stuttgart) hat sich die Karlsruher Polizei aus der Verkehrssicherungspflicht („verkehrsleitende Aufgaben“) herausgenommen. Diese Aufgaben muss nun der Veranstalter übernehmen. Tut er das nicht, kann aus dem Baden-Marathon schnell Geschichte werden. Erstmals fällt ins Aufgabengebiet des Veranstalters eine Kfz- Schleuse (Pulverhausstraße), für deren Funktion und Sicherung acht geschulte Posten zuständig sind. Zudem gibt es einige weitere Durchlassstellen. Text: kdm / Foto: GES allem wenn irgendwelche Verkehrsteilnehmer sich vom Lauf gestört fühlen und keine Rücksicht auf die Anordnungen nehmen, ein richtiger harter Job werden. Damit keine fahren kann, wird diese Funktion durch den Streckenleiter auf einem Fahrrad übernommen.“ Was sich in der Theorie nachvollziehbar liest, kann in der Praxis, vor Hat sich das Läuferfeld erst einmal in Bewegung gesetzt, gleicht es einem gewaltigen Fluss, der sich unaufhaltsam seinen Weg durchs Flussbett bahnt. Auch beim Fiducia & GAD Baden-Marathon ist das „Laufbett“ vorgegeben – genau dort hinein oder wohl besser da entlang sollte sich das Läuferfeld ergießen. Akribisch wurden die einzelnen Streckenabschnitte geplant. Von entscheidender Bedeutung sind am Lauftag die Streckenposten; eine Aufgabe, um die sich rund 300 Posten der Freiwilligen Feuerwehren Karlsruhe und des DRK kümmern. Klar umrissen sind die Kernaufgaben der Streckenposten, nachzulesen in einem entsprechenden Merkblatt: „Sobald das Fahrzeug mit der Streckenleitung (Polo der Feuerwehr, Peter Röll) in Sicht kommt, ist die Strecke von jeglichem Verkehr frei zu halten. Ab Kilometer 38 (KM 17 Halbmarathon) bis zum Ziel wird diese Funktion von mit Fähnchen gekennzeichneten Fahrrädern übernommen. Die Strecke darf erst nach dem Passieren des Schlussfahrzeuges (ein BMW i3 der Stadtwerke) für den Verkehr freigegeben werden. In Bereichen, in denen der BMW nicht Unaufhaltsamer Fluss Viele Streckenposten sorgen für einen ungestörten Lauf Damit das Läuferfeld sich verteilen kann, werden die Streckenabschnitte akribisch geplant.


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