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ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG FEST-MAGAZIN 7 �� Wie finden Sie die Bands? Wählen Sie aus einem Berg von Bewerbungen aus oder gehen Sie aktiv auf die Suche? Schmidt: Ich gehe auf Leute zu, kriege viele Anrufe und man schaut sich die Szene an. Bei Veranstaltungen wie dem Reeperbahnfestival oder Eurosonic sieht man, was kommt und was die anderen machen. Die Frage ist ja auch, wer überhaupt im fraglichen Zeitraum unterwegs und darüber hinaus verfügbar ist. Es gibt Bands, an denen ich seit fünf Jahren dran bin, aber es klappt nie. Ich weiß, dass viele Besucher fragen: „Warum holt ihr nicht diese oder jene Band?“ Wir setzen uns wirklich mit allen Künstlern auseinander, die in Frage kämen. Aber häufig sind die dann fürs „Fest“ nicht erschwinglich oder sie dürfen bei uns aus Exklusivitätsgründen oder so genanntem Gebietsschutz nicht auch noch spielen. Wir arbeiten weniger aus dem Portemonnaie, dafür mehr mit langem Atem, gutem Ruf und dem Hügel. Bei Amy Macdonald zum Beispiel hat das nach drei Jahren geklappt. �� Gesetzt den Fall, es gäbe keinerlei Beschränkungen – welche Bands wären Ihre Traum- Top-Acts? Schmidt: Ich liebe die Foo Fighters und Mumford & Sons – aber dafür müssten wir erstmal irgendwo erfolgreich Gold schürfen gehen. �� Wie sehr bekommen Sie es zu spüren, dass die Künstler wegen der schrumpfenden Bedeutung von CD-Verkäufen auf Konzertgagen angewiesen sind? Schmidt: Viele Künstler müssen in erster Linie entscheiden, wie viele Davor ist aber niemand gefeit. Und es gibt auch sonst viele Faktoren. Ich hätte auch schon tolle Bands buchen können, die auf Sonntag nicht gepasst hätten und umgekehrt. Oder Clueso 2015: Den konnte ich eben nur am Freitag bekommen, obwohl ich ihn lieber am Samstag gehabt hätte. �� Und andersherum: Wie krass darf ein Top-Act sein? In diesem Jahr kommt Sido, der sich in seiner Karriere einige grenzwertige Texte geleistet hat … Schmidt: Man kann den Sido von vor zehn Jahren nicht mit dem heute vergleichen… Mittlerweile ist Sido zweifacher Vater, verheiratet mit einer starken, erfolgreichen Frau. Er ist in der deutschen Musikszene voll integriert und akzeptiert. Sido hat 2015 den erfolgreichsten Song des Jahres mit Andreas Bourani herausgebracht. Das wäre unmöglich gewesen, ohne die problemlose Unterstützung nahezu aller Sender Deutschlands. Kollaborationen mit Bourani und noch mehr einer Frau wie Jennifer Rostock, die wie kaum eine andere für den Einsatz für Frauenrechte steht, wären doch andernfalls undenkbar. GEDULD STATT GELD �� Was wäre beim „Fest“ gar nicht vorstellbar? Schmidt: Musikalisch würde ich nichts direkt ausschließen - bei entsprechender Popularität oder regionaler Bedeutung nicht einmal megaheftige Metalgeschichten. Was nicht geht: Wenn sich jemand nicht an die „Fest“-Philosophie anschließen lässt, also an Werte wie Gleichberechtigung und Toleranz. ist das eine Hilfe beim Booking? Schmidt: Ganz bestimmt, man muss auch sehen, dass es mittlerweile viel mehr Festivals gibt als noch vor 10 oder 15 Jahren, wobei über die Jahre hinweg auch viele gekommen und gegangen sind. „Das Fest“ hat es mit dem Hybridangebot aus Gratis-Eintritt und unüblich geringem Eintritt geschafft, sich zu erhalten, und dass das so lange funktioniert, ist der unglaublichen Akribie und dem großen Können des Karlsruher Teams zu verdanken. Andreas Jüttner Konzerte sie spielen können und wieviel Geld sie dabei verdienen, denn davon leben sie. Die Überlegung heißt dann: Können wir uns einen Auftritt beim „Fest“ leisten? Erreichen wir da durch das Modell mit den Fünf-Euro-Tickets Leute, die wir bisher nicht erreicht haben? Ich lege bei internationalen Bands auch gern ein Foto bei, um zu zeigen, wie das mit dem Hügel aussieht – damit kriegt man auch Bands wie die Subways, die Kooks oder Amy Macdonald. �� „Das Fest“ hat eine lange Geschichte und ist etabliert - „VOLL INTEGRIERT“: Der umstrittene Rapper Sido kommt als Top-Act. Foto: Aslan MEIN HIGHLIGHT. DAS FEST. BADISCH GUT VERSICHERT. WWW.BGV.DE Besuchen Sieuns bei DASFEST. BGV / Badische Versicherungen Durlacher Allee 56 / 76131 Karlsruhe // Telefon 0721 660-0 E-Mail service@bgv.de // www.bgv.de Nicht nur Stars im Kopf trittsfreien Festival Deutschlands, das 2011 aus freien Stücken beendet wurde. Gemeinsam mit seinen Kollegen erfand er das „Green Rocks“ -Programm zu Nachhaltigkeits- und Umweltfragen des Festivals. Schmidt ist Mitinitiator und Mitglied des Steuergremiums des Think-Tanks GO Group (Green Operations Europe) und der „Anchorman for green issues“ von Yourope (European Festival Association). Er ist Vorstandsmitglied der deutschen Sounds for Nature Foundation e.V. und Dozent für „Nachhaltiges Festival- und Eventmanagement“ in Köln und Düsseldorf. Er ist selbst Musiker. BNN �� Holger Jan Schmidt, Booker der Hauptbühne von „Das Fest“, war von 1998 bis 2011 Produktionsleiter und Geschäftsführer bei „RhEINKULTUR“, dem mit über 160 000 Besuchern pro Tag größten ein- Holger Jan Schmidt betreut die Hauptbühne. Foto: Lannert


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