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16 FEST-MAGAZIN ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG Die Gunst der späten Stunde BONBON MIT SICHERHEITSEFFEKT: Seit fünf Jahren setzt der „Night Club“ besondere Schlussakzente „Night Club“ sollte dafür sorgen, dass die Ausgänge nicht verstopfen. Das späte Angebot hält seitdem bis zu 20 000 Besucher zunächst am Hügel. Und das „Fest“-Team hat sich damit einen Platz geschaffen, um Acts zu buchen, die bisweilen aus dem üblichen Programm fallen: „Die Leute wollen eben auch mal was Experimentelles hören“, sagt Varsek – und die Stunde, bis um 24 Uhr in der Klotze der Vorhang fallen muss, ist dafür ideal. Gebucht werden als späte Co- Headliner entweder Künstler, die bereits erfolgreich, aber noch nicht ganz so bekannt sind wie der Hauptact oder aber „Shooting Stars, bei denen wir denken, die müssen unbedingt einem größeren Publikum bekannt werden“. Bei allem Raum für �� Es ist der Platz im Festival-Line-up, der für Künstler Fluch und Segen bedeuten kann. An dem sich der Hügel an einem Abend noch einmal richtig aufheizt, ein anderer Tag in lauer Sommeratmosphäre sanft ausklingt – oder das Publikum doch schnell den Heimweg antritt: der letzte Platz am Festivalabend. Seit fünf Jahren hat der 2008 erstmals eingerichtete Slot zwischen 23 Uhr und Mitternacht am „Fest“-Freitag und Samstag auch einen Namen: „Night-Club“. Dass die Besucher damit als kleines Bonbon am Freitag und Samstag eine Extrastunde Musik serviert bekommen, verdanken sie einem Sicherheitsaspekt. „Wenn der Topact gespielt hat, zieht es viele nach draußen, weil sie denken, das war’s jetzt“, sagt Projektleiter Seven Varsek. Der 2015 am Fest-Freitag zwar nur wenige Songs spielen durften, bevor der Abend wegen des Unwetters abgebrochen wurden, den euphorisierten Besuchern aber sicher nicht nur wegen des abrupten Endes im Gedächtnis blieben. Marschkapelle statt Solo-Künstler lautet gewissermaßen das Programm 2017: Dass in diesem Jahr gleich zwei absolut tanzbare Stimmungstruppen zum Feierabend aufspielen, ist laut Varsek Zufall. Mit der Techno-Marchingband „Meute“ aus Hamburg kommen am Freitag elf Musiker auf die Bühne, die bekannte House-Hits mit den ganz archaisch, bodenständigen Instrumenten einer Blaskapelle neu arrangieren – und in ihrer Marschkapellenuniform für eine gehörige Ton-Bild-Schere sorgen dürften. Und auch dem ursprünglich aus Freiburg stammenden Balkan-Hype- Quintett „Äl Jawala“ wird niemand wegen mangelnder Tanzbarkeit abtrünnig werden: Wer bereits ganze Fußgängerzonen zum Tanzen gebracht hat, dürfte auch den Hügel in seinen Bann ziehen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass auch das Wetter seine Gunst erweist. Anne Weiss Experimente erfordert der gelungene „Night Club“ dennoch das richtige Gespür, um das Publikum zu später Stunde bei Laune zu halten. „Wir wissen schon: Nach Hip-Hop brauchen wir nicht in den Stehblues zu wechseln. Aber die Frage: Holen wir die Leute runter oder muss weiter Party sein, ist schon eine Herausforderung.“ ‘ Und so geht das Konzept auch nicht immer voll auf – denn gerade im Night Club spielen mehr Faktoren eine Rolle als nur das feine Händchen des Booking-Teams. Der amerikanische Singer-Songwriter William Fitzsimmons etwa, der erst im vergangenen Jahr den Freitag beschließen durfte, ging mit leisen, melancholischen Tönen und für den Geschmack der Karlsruher zu viel Tiefgang im leichten Nieselregen unter. „Bei einem lauen Sommerabend hätte das wahrscheinlich perfekt die Stimmung getroffen“, schätzt Varsek. Ein ähnliches Schicksal ereilte am Fest-Samstag 2015 den englischen Folksänger Roo Panes, mehr Glück hatte 2013 sein Kollege Newton Faulkner. Die Gunst der späten Stunde sicherten sich zuletzt etwa Moop Mama, die MEHR NACHT GEHT NICHT: Bei Vollmond ist der „Night Club“ besonders schön. Foto: Hora Ein Mann, eine Gitarre, zwei Leinwände – und der Hügel: Newton Faulkner gelang 2013 ein so sanfter wie eindrucksvoller Samstags-Ausklang. Foto: Jüttner


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