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GESUNDHEIT IM INTERNET ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG GUTE INFOS IM NETZ FINDEN Der richtige Weg zu vertrauenswürdigen Gesundheitsseiten Wenn Sie das Internet für Fragen rund um das Thema Gesundheit nutzen, finden Sie dort Material in Hülle und Fülle. Mehr als eine halbe Million medizinische Internetseiten gibt es allein in Deutschland. Nicht alle davon bieten ausgewogene und richtige Informationen. Zudem möchten viele Anbieter von Gesundheitsseiten nicht nur informieren, sondern verfolgen weitere Interessen, die nicht auf Anhieb erkennbar sind. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), ein gemeinsames Institut von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung, will unter www.patienten-information.de helfen, vertrauenswürdige Seiten besser zu erkennen. Demnach sind folgende Anhaltspunkte zu beachten: �� Informationen für Patienten sollten kostenfrei und ohne Anmeldung oder Passwort zugänglich sein. �� Sie sollten leicht feststellen können, wer für die Seite verantwortlich ist. Angaben darüber finden Sie meist unter: „Kontakt“, „Impressum“ oder „Wir über uns“. Hier sollten Name, Adresse und Kontaktmöglichkeiten per Telefon oder E-Mail angegeben sein. �� Sie sollten Angaben darüber finden, wie sich die Internetseite finanziert. �� Werbung muss klar gekennzeichnet sein und sich deutlich vom Inhalt abheben. �� Alle Texte müssen das Datum der Veröffentlichung oder der letzten Aktualisierung enthalten. �� Der Anbieter sollte offenlegen, wie er mit den Daten der Benutzer umgeht. �� Der Anbieter sollte klarstellen, dass sein Angebot bei ernsten Beschwerden keinen Arztbesuch ersetzt. 10 | GESUNDHEIT Die „Health on the Net“ Foundation (HON) aus der Schweiz und das Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis) zertifizieren Internetseiten zu Gesundheitsthemen. Diese Siegel überprüfen lediglich formale Voraussetzungen, etwa ob die Finanzierung transparent ist oder ob Autoren und Betreiber angegeben werden. Eine inhaltliche Bewertung der medizinischen Informationen findet durch diese Qualitätssiegel nicht statt. Ist der Inhalt richtig? Es gibt kein Patentrezept, wie Sie beurteilen können, ob Informationen richtig oder falsch sind. Achten sollten Sie auf Folgendes: �� Der Text ist übersichtlich aufgebaut und Sie verstehen ihn. Fachbegriffe sind erklärt. �� Der Name des Autors sowie seine Qualifikation werden genannt. �� Angaben zu Nutzen, Wirkung oder Risiken einer Behandlung sind durch Quellen belegt. Im besten Fall stützt sich die Information auf gut abgesicherte Studienergebnisse. �� Die Information sollte ausgewogen sein. Neben der Wirkung einer Behandlung sollte sie Nebenwirkungen, Risiken oder Nachteile nennen und Sie auch auf andere Behandlungsmöglichkeiten hinweisen. �� Werden Sie misstrauisch, wenn Ihnen Angst gemacht wird oder Sie das Gefühl haben beeinflusst zu werden. Formulierungen wie „absolut nebenwirkungsfrei“ und „100%ige Wirkungsgarantie“ sind nicht glaubwürdig. Vorsicht ist auch geboten, wenn andere Angebote schlechtgemacht werden. �� Es gibt bei weitem nicht für alle Untersuchungs oder Behandlungsmethoden Belege für die Wirksamkeit. Manche Maßnahmen sind auch noch in einem „experimentellem Stadium“ und nicht ausreichend erforscht. Das sollte ausdrücklich vermerkt sein! �� Der Text sollte Ihnen Adressen zu weiterführenden Informationen nennen, und Sie auf Selbsthilfegruppen oder andere Organisationen verweisen. Was Sie tun können �� Bevor Sie den Computer einschalten: Überlegen Sie sich genau, wonach Sie suchen möchten. Es kann helfen, ein paar Stichworte vorher zu notieren. �� Medizinisches Wissen ist nicht immer und für jeden nützlich. Es kann auch belasten. Sie haben ein Recht darauf, manche Dinge nicht wissen zu wollen. Bedenken Sie daher, was Sie mit Ihrer Suche herausfinden möchten und was nicht. �� Beschwerden können eine Vielzahl von Ursachen haben. Die richtige Diagnose allein mit dem Computer herauszufinden, ist deshalb in der Regel schwierig. Suchen Sie im Zweifelsfall einen Arzt auf. Mal schauen, was mir fehlt? – Gesundheitsinformationen im Internet sind mit Vorsicht zu genießen … © Ljupco Smokovski / Adobe Stock AUF EINEN BLICK KLARE AUSKUNFT Um eine gute Internetquelle zu erkennen, sollten aber folgende klare Angaben zu finden sein: �� Wer hat die Information geschrieben? �� Wann wurde sie geschrieben? �� Sind die Quellen (wissenschaftliche Literatur) angegeben? �� Wie wird das Informationsangebot finanziert? Vorsicht ist geboten, wenn … �� Markennamen genannt werden, zum Beispiel von Medikamenten oder Medizinprodukten �� die Information reißerisch geschrieben ist, indem sie Angst macht oder verharmlost �� nur eine Behandlungsmöglichkeit genannt wird �� keine Angaben zu Risiken oder Nebenwirkungen einer Maßnahme gemacht werden �� von wissenschaftlich gesicherten und empfohlenen Behandlungen abgeraten wird �� Wählen Sie bei ernsten Erkrankungen Ihre Behandlung nicht nur mit Hilfe des Internets aus. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt. �� Bleiben Sie kritisch – Fehler können auf der besten Internetseite passieren. Vergleichen Sie deshalb die Informationen mehrerer Anbieter. �� Überlegen Sie sich genau, wie viel Sie anderen über Ihren Gesundheitszustand mitteilen möchten, zum Beispiel in Internetforen. �� Bedenken Sie, dass eine E-Mail wie eine Postkarte ist, die auch Menschen lesen können, für die sie nicht gedacht ist. Mailen Sie deshalb nicht einfach Ihre Krankengeschichte an einen Anbieter von Gesundheitsinformationen. �� Aktualisieren Sie regelmäßig die Sicherheitseinstellungen Ihres Computers.


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