Page 10

BNNSON_170512_TC_Rueppurr_111_

010 TCR NEWS | Mai/2017 www.tcr.de 1. Bundesliga 2017 – Laura Siegemund lasiuegraemund » Es war der Spruch des Tages beim Sponsorenabend des TC Rüppurr im vergangenen November in der Karlsruher Boutique Milano Fashion. Auf die Frage nach ihrem Umgang mit Matchbällen antwortete Stargast Laura Siegemund: „Die, die man gegen sich hat, sind die einfachsten. Bei den eigenen wird‘s schwieriger. Aber auch wenn ich sechs vergeben habe, weiß ich doch: Irgendwann scheppert‘s.“ Mit anderen Worten: Ruhe bewahren und auf die nächste Chance warten. Ganz so leicht, wie es sich in der Theorie dargestellt hat, sollte sich die Praxis für Laura Siegemund in den Wochen und Monaten danach dann doch nicht anfühlen. Einfach war das erste Drittel des Jahres 2017 für die gebürtige Filderstädterin nur deshalb, weil sie sich eben viel zu vielen Matchbällen gegenüber sah. Erstrundenpleite folgte auf Erstrundenpleite, und eigentlich erst mit dem Beginn der von ihr geliebten Sandplatzsaison beim Turnier in Charleston und ihrem Einzug ins dortige Halbfinale ließ es die 29-Jährige wieder so scheppern, wie sie es im vergangenen Jahr überraschend oft gemacht hatte. Der vorläufige Höhepunkt dieser noch jungen Saison und ihrer Karriere war dann ihr Heimturnier in Stuttgart, wo sie sich nicht nur erneut fürs Finale qualifizierte wie im Jahr zuvor, sondern die Porsche-Arena sogar am Steuer des roten Renners aus Zuffenhausener Produktion verließ. Es war ihr insgesamt zweiter Turniersieg auf der Profitour. Rechtzeitig zum Beginn der Bundesligasaison ist Laura Siegemund also wieder in Topform. Auf den Sandplätzen kann die in Stuttgart wohnende Metzingerin ihr sehr variables und variantenreiches Spiel, gepaart mit kämpferischem Einsatz, enormer Athletik und unbändigem Siegeswillen am besten zur Geltung bringen. Mit ihren wunderbar gefühlvollen Stopps raubte sie in Stuttgart nacheinander den Top-Ten-Spielerinnen Svetlana Kusnetsowa, Karolina Pliskova und Simona Halep den Nerv und zuletzt auch der aufstrebenden Französin Kristina Mladenovic und rechtfertigte in jeder Minute die ihr vom Veranstalter ausgestellte Wildcard. Im vergangenen Jahr hatte sich die examinierte Psychologin beim Turnier vor ihrer Haustür über die Qualifikation einen Platz im Hauptfeld erkämpft und mit dem Schub von sieben Siegen am Stück in den Folgemonaten für weitere Furore gesorgt. Im Juli 2016 gewann die langjährige Punktegarantin des TCR ihren ersten WTA-Titel beim Turnier im schwedischen Bastad, ehe sie sich mit der Nominierung für die Olympischen Spiele einen Kindheitstraum erfüllte. Auch dank des Vorrückens ins Viertelfinale von Rio de Janeiro wies der Computer Laura Siegemund Ende August als Nummer 27 in der Welt aus, was der WTA im vergangenen Jahr eine Nominierung für den Ehrentitel „most improved player“, also die Spielerin auf der Tour, die sich am meisten verbesserte, wert war. Die Top 30 hat das in jeder Beziehung quirlige Energiebündel nach dem Coup von Stuttgart wieder erreicht. Ihren zuvor größten Erfolg hatte die Fed-Cup-Spielerin nicht als Solistin gefeiert, sondern im gemischten Doppel. An der Seite des ihr bis wenige Minuten vor dem Meldeschluss unbekannten Kroaten Mate Pavic gewann die Frau mit dem Händchen für Volleys und dem mutigen Positionsspiel am Netz das Mixed- Turnier bei den US Open und bemerkte danach über ihren Verlegenheitspartner: “Ich mag an ihm, dass er mir so viel Verantwortung überlässt.” Auch so eine typische Aussage der um einen Spruch selten verlegenen Siegemund. „Die, die man gegen sich hat, sind die einfachsten. Bei den eigenen wird‘s schwieriger.“


BNNSON_170512_TC_Rueppurr_111_
To see the actual publication please follow the link above