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22. Ausgabe | 25. November 2016 KIRCHEN ZEITUNG 7 In den Einrichtungen der Evangelischen Stadtmission (hier eine Aufnahme aus dem Seniorenzentrum Stutensee), steht der Bewohner immer im Mittelpunkt. Foto: ERB Aus drei Pflegestufen werden fünf Pflegegrade Zweites Pflegestärkungsgesetz bringt Änderungen bei Pflegeversicherung gestufen fünf Pflegegrade geben. „Dies ist ein Vorteil, insbesondere für etwa 200 000 dementiell erkrankte Menschen, die nun durch die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung erhalten können“, so Dr. Martin Michel von der Karlsruher Stadtmission. Zukünftig erfolgt die Begutachtung durch den medizinischen Dienst der Kassen nicht mehr defizitorientiert, sondern orientiert sich am Grad der Selbstständigkeit. Insgesamt fließen durch die Reform etwa 14 Prozent mehr finanzielle Mittel in das Sicherungssystem, die insbesondere den pflegebedürftigen Menschen in den höheren Pflegegraden entlastend zugute kommen sollen. Ab dem 1. Januar 2017 gibt es in der gesetzlichen Pflegeversicherung viele Neuerungen. Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) hat die Bundesregierung die Inhalte der Pflegeversicherung umfassend reformiert. Viele Menschen wissen über diese Änderungen jedoch noch nicht Bescheid. Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz wurden die Pflegeversicherung und die pflegerische Versorgung durch einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsinstrument auf eine neue pflegefachliche Grundlage gestellt und der Vorrang von Prävention, Krankenbehandlung und medizinischer Rehabilitation gestärkt. So wird es zum Beispiel ab dem 1. Januar statt der bisherigen drei Pfle- Träger in diesem neuen System allen Annahmen zufolge verringert“. Ein wesentlicher Unterschied zur alten Regelung betrifft den sogenannten einrichtungsbezogenen Eigenanteil; dieser ist – unabhängig vom Pflegegrad – zu bezahlen und entlastet die Versicherungsnehmer. Ein höherer Pflegegrad im stationären Bereich führt künftig also nicht mehr zu höheren Zahlungen des pflegebedürftigen Versicherungsnehmers oder seiner Angehörigen. Wichtig ist ab Januar 2017 die richtige Zuordnung zu einem Pflegegrad. Die Mitarbeitenden der Ev. Sozialstation Karlsruhe und der Ev. Stadtmission Karlsruhe können hier für Klienten und Bewohner und ihre Angehörige fachliche Hinweise geben. „Wir schulen unser Personal gerade auch im Hinblick auf die Pflegedokumentation“, sagt Walter Seiter, Leiter des Seniorenzentrums Stutensee. Diese Dokumentation, bei der es darauf ankomme, die individuelle Tagesstruktur des Bewohners und seine Restressourcen im Auge zu haben, orientiere sich am neuen Begutachtungssystem, so Seiter. Auf diese Weise falle die Eingradung leichter. „Wir unterstützen die Bewohner dabei, den Pflegegrad zu bekommen, den sie auch wirklich brauchen“, versichert er. In allen Einrichtungen der Evangelischen Stadtmission stehen sowohl die Heimleitung als auch die Pflegedienstleitung als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es seit einigen Monaten auch die „Seniorenfachberatung Wohnen und Technik“, eine Einrichtung, der Evangelischen Stadtmission und des Geriatrischen Zentrums am Diakonissenkrankenhaus. Dort gibt es wichtige Tipps für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen, wie das Leben pflegebedürftriger Menschen zu Hause beispielsweise durch technische Hilfsmittel unterstützt werden kann und über die Angebote des Betreuten Wohnens, der ambulanten Pflege, der Tagespflege oder über die umfassende Unterstützung in stationären Pflegeeinrichtungen. Anfragen an die Seniorenfachberatung werden unter der Telefonnummer 07 21 / 9 17 61 62 rund um die Uhr entgegengenommen. Ein Rückruf wird zeitnah erfolgen. Beraterin Dagmar Lind-Matthäus ist dienstags, 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr persönlich erreichbar. me Aktuell sind die Träger stationärer Pflegeeinrichtungen, die Kassen und die Sozialhilfeträger in der herausfordernden Lage, die gesetzlichen Voraussetzungen für die Umstellung auf der unteren Arbeitsebene herzustellen; zahlreiche notwendige Vorgaben und Abstimmungen hierzu wurden auf Bundes- und Landesebene einfach zu spät getroffen, während zugleich bis zum 30. November 2016 alle betroffenen Versicherten über Neuerungen und Preisänderungen schriftlich informiert werden müssen. „Auch auf die Träger von Pflegeeinrichtungen kommen große Unsicherheiten zu, meint Wolfgang Betting von der Karlsruher Stadtmission, denn „wir müssen die gleichen Leistungen wie zuvor erbringen, während sich die zukünftige Einnahmelage der


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