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6 KIRCHEN ZEITUNG 22. Ausgabe | 25. November 2016 Plan für den Tag, kochen für sie und lassen sich gerne auch unterstützen, wenn beispielsweise eine ältere Dame endlich mal wieder selbst die Bratensoße anrühren oder die Suppe abschmecken möchte. „Mit unserem Pflegekonzept wollen wir die Sinne der Bewohner ansprechen“, erklärt Michael Kaul, Leiter des Caritas-Seniorenzentrums St. Franziskus in der Südweststadt, direkt gegenüber dem „neuen Vinzenz“. Wenn ein älterer Mensch aufgrund der Pflege sein Zuhause zurücklassen müsse, dann heiße das nicht, dass er seine Kompetenzen verliere, so Kaul. Wenn nach dem gemeinsamen Frühstück im Wohnzimmer der Hausgemeinschaft in der Küche nebenan die Kochdeckel klappern würden und bald der Duft von Gekochtem oder Gebratenem in der Luft liege, dann erinnere das an frühere Zeiten. Mit der Zeit lernen die Alltagsbegleiter die Vorlieben ihrer Bewohner kennen und erfahren auch, was ihnen nicht so gefällt. Sie kennen die Ge- Sie gestalten die Tagesstruktur in einer Hausgemeinschaft der Caritas Seniorenzentren „St. Franziskus“ und „St. Valentin“, nehmen die Wünsche der Bewohner wahr und helfen bei deren Umsetzung, und sie feiern gemeinsam mit den älteren, pflegebedürftigen Menschen Feste in der vertrauten Runde. Alltagsbegleiter sind die „guten Seelen“ einer Hausgemeinschaft. Sie bilden gemeinsam mit den Pflegekräften das Rückgrat einer qualifizierten Versorgung von Menschen in den Caritas-Seniorenzentren. „Wir suchen Menschen, die in Familien das Zusammenleben organisieren können und Initiative ergreifen“, meint Maren Landow-Hollstein, Leiterin des Caritas Seniorenzentrums St. Valentin. In der modernen Einrichtung in Daxlanden arbeiten die Alltagsbegleiter in Hausgemeinschaften mit jeweils 12 Bewohnern. Dort sind sie für die Pflegebedürftigen Erstansprechpartner, besprechen mit den älteren Menschen den gemeinsamen Die Ausbildung zum Alltagsbegleiter, eine dreimonatige Qualifizierung mit Caritas-Zertifikat, vermittelt die Caritas selbst. Den Verantwortlichen kommt es mehr auf die Grundhaltung, das Gespür und die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung an. „Eigentlich suchen wir die ‚Leiterin eines kleinen Familienunternehmens’, die gelernt hat, das Familienleben zusammenzuhalten,“ stellt Kaul fest, und Landow-Hollstein bekräftigt: „Ein guter Job für Wiedereinsteiger.“ Wer sich für die Tätigkeit als Alltagsbegleiter interessiert, kann sich gerne mit Maren Landow-Hollstein in „St. Valentin“, Waidweg 1, oder mit Michael Kaul in „St. Franziskus“, Steinhäuserstraße 19c, in Verbindung setzen. Hans-Gerd Köhler Nähere Informationen finden Interessierte auch auf www.caritas-karlsruhe. de burtstage ihrer Bewohner und wissen, welcher Kuchen dann am besten gebacken werden soll. Sie animieren die älteren Menschen zum Singen ihrer Lieblingslieder und staunen auch schon mal, wenn sie beim gemeinsamen Spielen den „Kürzeren“ ziehen. Sie bügeln im Wohnzimmer die Bluse der älteren Dame, die sich gerne chick macht, wenn sie aus ihrem Zimmer kommt, und wissen, wo sie beim Reinigen des Zimmers die kleinen Verpackungen der so heiß geliebten Schokolädchen findet. Mit ihrem Wissen unterstützen die Alltagsbegleiter durch die Grundpflege die Pflegefachkräfte und sorgen sich um ihre Schützlinge. Ein gut durchdachtes Betreuungs- und Pflegekonzept, die Unterstützung durch Kollegen und die Begleitung durch eine qualifizierte Leitung sorgen dafür, dass sich diese „Allrounder“ auf Teamarbeit verlassen können. Gesucht wird die „gute Seele“ der Hausgemeinschaft Caritas macht Jobangebot für Wiedereinsteiger/-innen Das gemeinsame Kochen mit den Bewohnern gehört zu den Aufgaben der Alltagsbegleiter. Foto: Caritasverband Karlsruhe „Singen tut der Seele gut“ Kirchenzeitung organisiert musikalischen Flashmob nicht um ein eingespieltes Ensemble handelt, sondern um Menschen, die sich spontan zur Teilnahme entschlossen haben. Mit dabei auch die beiden Dekane Thomas Schalla und Hubert Streckert, die Initiatoren der Aktion. Kaum ist das erste Lied vorüber, gibt Dirigent Dieter Cramer seiner Bläsergruppe das Zeichen, eine zweite Melodie zu spielen: „Hewenu shalom alechem“, steht auf dem Programm. Ein hebräisches Lied, dessen deutsche Übersetzung so viel bedeutet wie „Wir bringen Frieden für alle“. Beim rhythmischen Klatschen, das zu diesem Lied gehört, machen auch so manche Passanten mit. „Ich finde es schön, dass man einfach mal so in der Öffentlichkeit singt“, sagt eine von ihnen. „Singen ist etwas Wunderbares. Es tut tatsächlich gut“, meint sie. „Es war so schön und hat unglaublich viel Spaß gemacht“, schwärmt eine Frau, die selbst eifrig mitgesungen hat. „Für mich ist das jetzt tatsächlich ein Anreiz, mir einen Chor zu suchen, beim Samstagnachmittag in der Karlsruher Innenstadt. Die Menschen laufen durch die Straßen, sind vielleicht schon damit beschäftigt, erste Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Auch die Vorbereitungen für den Christkindlesmarkt laufen auf Hochtouren. Plötzlich ertönen die ersten Klänge von „Amazing Grace“. Mitglieder des Bezirksposaunenchors der Evangelischen Kirche Karlsruhe stimmen das beliebte Kirchenlied an. Nach wenigen Takten gibt Bezirkskantor Johannes Blomenkamp das Zeichen zum Einsatz für die versammelten Sänger, und schon schließen sie sich stimmgewaltig an. Rund 120 sangesfreudige und musikbegeisterte Menschen haben sich vor der Kirche St. Stephan eingefunden, um gemeinsam zu singen – ein musikalischer Flashmob, organisiert von der Kirchenzeitung. Man will zeigen: „Musik tut gut“ und „Singen macht Spaß“. So ist es auch auf den Plakaten zu lesen, die man zwischen den Sängerinnen und Sängern sehen kann. Wobei es sich bei dem Chor dieses Gefühl habe man mit dem Flashmob erzeugen wollen, versichert Hubert Streckert. „Es war herrlich, zu sehen, wie die Augen der Menschen leuchteten und wie das gemeinsame Singen ein Lächeln in die Gesichter zauberte“, sagt Streckert. „Eigentlich sollte man so etwas jeden Adventssamstag organisieren“, fügt Thomas Schalla hinzu. „Denn wir brauchen mehr von solch ansteckenden Momenten, die zeigen, dass der Glaube etwas sehr Fröhliches hat.“ me Beim gemeinsamen Singen geht es um Spaß und Freude: Rund 120 Teilnehmer kamen zum Flashmob der Kirchenzeitung vor der Kirche St. Stephan. Foto: tt dem ich regelmäßig singen kann“, erzählt sie. Renate und Wolfgang Günzel, selbst Mitglieder der Rüppurrer Kantorei, sind ebenfalls zum Flashmob gekommen. „Es war schön, aber viel zu kurz“, meinen die zwei, die gerne noch mehr Lieder gesungen hätten. Auch Johannes Narr, Pfarrer der Evangelischen Friedensgemeinde, hat mitgesungen und freut sich, dass so viele Menschen dabei waren. „Das Singen tut der Seele gut, und es wirkt nach“, ist er überzeugt. Genau


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