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4 KIRCHEN ZEITUNG 22. Ausgabe | 25. November 2016 Musik tut der Seele gut Es gibt viele Möglichkeiten, sich musikalisch auszudrücken und Musik zu genießen Musik ist viel mehr als nur ein schöner Zeitvertreib. Musik löst Emotionen aus und tut der Seele gut. Gerade jetzt, in der Advents- und Weihnachtszeit, spielt Musik im Leben vieler Menschen eine große Rolle. Weihnachtslieder begleiten uns schließlich seit frühester Kindheit, und schon wenige Klänge von „Stille Nacht“ oder „O du fröhliche“ reichen aus, um uns in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Auf dieser Doppelseite werden Menschen porträtiert, für die Musik zu einem wichtigen Teil ihres Lebens geworden ist. Sie spielen Orgel, singen in Chören oder bringen Kindern die Bedeutung von Musik nahe. Fasziniert vom Orgelklang Christoph Müller: Organist aus Grötzingen Schon als Kind war Christoph Müller vom Klang der Orgel fasziniert. „Ich bin immer wieder hoch auf die Empore und habe dem Organisten zugesehen“, erinnert sich Müller. Heute ist der gebürtige Hannoveraner selbst Organist und spielt regelmäßig bei den Gottesdiensten in der evangelischen Kirche in Grötzingen. Eine Aufgabe, die er sich mit zwei weiteren Organisten teilt. „Generell spielte Musik schon immer eine große Rolle in meinem Leben“, meint der heute 50-Jährige, der als Kind und Jugendlicher Klavier, Geige und Bratsche spielte. Mit 18 Jahren kam schließlich die „Königin der Instrumente“ hinzu. „Für mich ist es wirklich ein Privileg, hier in der Kirche die Orgel spielen zu dürfen“, freut er sich. Dabei genießt er nicht nur die Gottesdienste, sondern auch die Momente, in denen er alleine in der Kirche ist, um sich ganz dem Orgelspiel zu widmen. „Als Arzt habe ich einen stressigen Beruf, und das ist für mich ein wunderschöner Ausgleich“, schwärmt er. Und dann erzählt er von den Abenden, an denen er alleine in der dunklen Kirche sitzt: „Wenn ich spiele, mache ich lediglich das Licht am Orgeltisch an und genieße die besondere Atmosphäre.“ Bei diesen Gelegenheiten übt er auch die Lieder, die in den Gottesdiensten gespielt werden. In den eigenen vier Wänden stehen Müller nämlich nur ein Klavier und ein Cembalo zur Verfügung. „Ich Christoph Müller sitzt oft abends alleine in der Kirche und genießt das Orgelspiel. Foto: me habe übrigens großes Glück“, meint er, „unsere Orgel hier in Grötzingen ist wirklich gut.“ Kirchenmusik hat für Müller etwas Verbindendes. „Sie steht für Ökumene“, ist er überzeugt. Weshalb es für den Katholiken auch „ganz normal“ ist, in einer evangelischen Kirche zu spielen. „Ich mag einfach Kirchenmusik“, sagt er. Befragt nach seinem Lieblingskirchenlied will er sich allerdings nicht konkret äußern: „Alte Lieder mag ich besonders gern“, meint er. me Singen mit Freunden Alena Boemanns ist begeistert vom Chor San Taddeo Ein junger Chor ist der Chor San Taddeo in Neureut. Fünfzehn Sängerinnen, ursprünglich auch Sänger, treffen sich seit etwa 20 Jahren jede Woche zur Probe. Alena Boemanns ist eine davon, und sie ist fast von Anfang an dabei. Warum sie auch nach Jahren immer noch zum Chor kommt, ist schnell erklärt: „Ich singe gerne, und außerdem treffe ich bei jeder Probe meine Freunde. Es macht mir einfach Spaß.“ Das Repertoire des Chors ist mit den Jahren immer weiter angewachsen, weiß sie zu berichten: „Wir singen eigentlich von allem etwas: Neue geistliche Lieder, vor allem von Gregor Linßen, aber auch Stücke von klassischen Komponisten wie Monteverdi oder Schütz.“ Neben geistlichen Werken übe der Chor auch immer wieder weltliche Lieder ein, fügt sie hinzu. Wenn die Proben für einen Auftritt beginnen, kommt erst einmal richtig viel Arbeit auf die Sängerinnen zu. „Am Anfang sind die neuen Stücke ziemlich schwer“, erzählt Alena Boemanns. Das hohe Niveau, das der Chor inzwischen erreicht hat, mache es ihnen nicht gerade leichter. Dem Chorleiter fiele schließlich mit jedem erreichten Fortschritt immer noch etwas ein, was zwar noch schöner, aber auch noch schwieriger sei. Aber dann, sagt sie und strahlt dabei, dann merkt man: „Es geht doch!“ Das Schönste sei schließlich, erzählt sie, wenn endlich der Auftritt gekommen ist. Es wurde unheimlich viel Energie in die Proben gesteckt. Immer wieder musste man über sich hinauswachsen. „Dann gibt es dieses eine Mal, und da muss es klappen. Natürlich sind wir alle ein bisschen aufgeregt.“ Am Ende aber, wenn die Zuhörer applaudieren und sich bedanken, spürt sie, dass die Mühe sich gelohnt hat. „Das Singen im Chor,“ sagt Alena Boemanns, „ist mein Hobby, aber es ist mehr als ein Hobby: Mir macht es Spaß und denen, die zuhören, macht es auch Freude.“ Wünsche für die Zukunft des Chores hat sie eigentlich nur einen: „Es muss weitergehen, auf jeden Fall!“ tt Singen ist für Alena Boemanns mehr als ein Hobby. Foto: tt Gospel geht ins Herz und gibt Kraft Lucienne Steup aus Karlsruhe liebt Gospelmusik Musik und Gesang sind ihr sehr wichtig, schon seit ihrer Kindheit. Seit fast zehn Jahren singt Lucienne Steup auch Gospel, und das erfüllt sie besonders. „Gospel geht ins Herz, hat Kraft und gibt Kraft“, sagt die 57-jährige gebürtige USAmerikanerin, die seit 32 Jahren in Karlsruhe lebt. Bereits als Teenager habe sie klassischen Gesangsunterricht genommen, in der Schule in Chören mitgesungen und viele Genres kennengelernt. Als vor neun Jahren Sängerinnen und Sänger für die „spirited voices“, den Gospel- und Jazzchor der Evangelischen Kirche in Karlsruhe, gesucht wurden, bene Texte schicke ich dann an Christoph Georgii, dem in der Evangelischen Landeskirche in Baden tätigen Kirchenmusiker mit Schwerpunkt Popularmusik, und er komponiert die passende Musik dazu“, strahlt sie. Die Zusammenarbeit hat bei den monatelangen Gospel-Gottesdiensten in der Markuskirche begonnen. Dort hat Georgii die musikalische Leitung. Lucienne ist im Orgateam tätig und singt leidenschaftlich gern mit der Gemeinde. „Oft erhalten wir positive Rückmeldungen von den Gottesdienstbesuchern, die erklären, dass sie gestärkt nach Hause gehen“, freut sich Lucienne Steup. cm warb sich die Mutter von zwei erwachsenen Kindern. „Ich war sehr glücklich, dass ich eine der 30 Sänger war, die genommen wurden“, sagt sie. Insgesamt 100 Sangesbegeisterte waren damals zum Vorsingen gekommen. „Ich kann durch die Gospelmusik gut meinen Glauben und meine Dankbarkeit ausdrücken“, macht Steup deutlich. Und darüber hinaus schreibt sie seit einiger Zeit selbst Texte für Gospellieder. „Wenn ich zu Hause bin und Ruhe herrscht, ergeben sich die Texte dann einfach und sind wie ein Gebet für mich.“ Dass sie diese Gabe hat, empfindet sie als großes Geschenk. „Mei- Lucienne Steup schreibt selbst Texte für Gospellieder. Foto: cm


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