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22 KIRCHEN ZEITUNG 22. Ausgabe | 25. November 2016 Woher kommen unsere Weihnachtsbräuche? Adventskranz, Christbaum und Weihnachtskrippe bereichern das Fest seit Hunderten von Jahren waren, wollte er seinen Kindern die Wartezeit auf das Weihnachtsfest verkürzen. Erst rund hundert Jahre später hatte sich der Adventskranz, der zu diesem Zeitpunkt nur noch mit den heute üblichen vier Kerzen geschmückt war, auch in katholischen Gegenden durchgesetzt. Im Jahr 1925 wurde erstmals ein Adventskranz in einer katholischen Kirche aufgehängt – und zwar in Köln. Auch ein Weihnachtsfest ohne Christbaum ist heute unvorstellbar. Doch die Tradition des geschmückten Baums reicht erst einige hundert Jahre zurück. Der Ursprung liegt wohl in heidnischen Bräuchen, bei denen immergrüne Pflanzen als Symbol für Fruchtbarkeit und Lebenskraft verwendet wurden. Der älteste Beleg für einen dekorierten Tannenbaum stammt aus Bremen – und zwar aus dem Jahr 1597. Im 18. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch zunächst bei wohlhabenden Bürgern, da Tannenbäume damals noch knapp und teuer waren. Erst ab dem 19. Jahrhundert trat der geschmückte Tannenbaum seinen Siegeszug über Deutschland und Europa hinaus an. Die katholische Kirche setzte sich lange gegen dieses unreligiöse Brauchtum zur Wehr. Viele Bräuche, die für uns zur Advents und Weihnachtszeit dazugehören, sind gar nicht so alt, wie man meinen möchte: So wurde etwa der Adventskranz im Jahr 1839 vom evangelisch-lutherischen Theologen Johann Hinrich Wichern im evangelischen Norddeutschland erfunden. Mit einem Holzrad, auf dem 20 kleine und vier große Kerzen angebracht Krippen zeigen die Weihnachtsgeschichte. In den ersten Krippendarstellungen waren jedoch nur das Jesuskind sowie Ochs und Esel zu sehen. Fotos: me erst im Mittelalter hinzu, Josef sogar noch später. Im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen schließlich die Heiligen Drei Könige sowie die Hirten und ihre Schafe hinzu. Franz von Assisi stellte übrigens die Weihnachtsgeschichte erstmals 1223 mit lebenden Personen und Tieren nach. Er wollte damit den Gläubigen, die nicht lesen konnten, das Weihnachtsevangelium nahebringen. me Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Christbäume in katholischen Kirchen erlaubt. Heute gibt es wohl kaum eine Kirche ohne Christbaum. Unter dem Christbaum steht oftmals eine Weihnachtskrippe. Ihre Geschichte reicht bis ins Frühchristentum zurück. Erste Darstellungen zeigten jedoch nur das Jesuskind, das in der Futterkrippe liegt, sowie Ochs und Esel. Die Figur der Maria kam Aus den Kirchen ist der Christbaum heute nicht mehr wegzudenken. Dabei sind sie dort erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts erlaubt.


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