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22. Ausgabe | 25. November 2016 KIRCHEN ZEITUNG 15 Kunst, die zum Betrachter kommt Museumsführungen via Internet den Fesseln körperlicher Einschränkungen und struktureller Nachteile.“ Das Projekt erreicht über die Kunst auch Menschen, die der Kirche eher fernstehen. So wird Bildung zur Verkündung. Angebote dieser Art werden in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen – wegen des demografischen Wandels und wegen der zunehmenden Internetnutzung. Der Erfolg gibt den beiden Veranstaltern Recht: Die Doppelführungen finden großes Interesse bei den Besuchern. Und so hat man die Reihe Jahr für Jahr fortgeführt, jeweils unter einem neuen Thema wie etwa „Heiliger des Monats“, „Wendepunkte“ oder „Zeit und Ewigkeit“. Die verschiedenen Blickwinkel der beiden Disziplinen – Kunstgeschichte und Theologie – können einander ergänzen und bereichern. Auch moderne Kunst kann religiöse Dimensionen eröffnen. Die Technik erlaubt es ebenso, weitere Einrichtungen zuzuschalten, dabei waren etwa schon das Uhrenmuseum in Furtwangen oder das Kunstmuseum in Stuttgart. Fazit: Wenn Menschen nicht mehr ins Museum kommen können, kommt das Museum via Internet zu ihnen. Kunstgeschichte und Theologie im Dialog: Seit vielen Jahren bieten das Roncalli-Forum, eine Einrichtung des Bildungswerks der Erzdiözese Freiburg, und die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe gemeinsam Führungen und Podiumsgespräche an. Zentral für diese Zusammenarbeit ist eine monatliche Führungsreihe, die erstmals zum „Jahr der Bibel 2003“ auf den Weg gebracht wurde. Dabei deuten zwei Referenten ein Kunstwerk sowohl theologisch als auch kunsthistorisch. Seit einigen Jahren gehört zu jedem der monatlichen Führungstermine auch eine Führung im Internet. Finanziell und technisch ermöglicht wird das durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und das Programm Vitero. Teilnehmen kann jedermann. Das Ziel: Insbesondere Menschen mit körperlichen Einschränkungen sollen am öffentlichen Leben und an kultureller Bildung teilhaben. Dank der Internetführung können sie die Führungen verfolgen und mit anderen Interessierten kommunizieren. Das gemeinsame Projekt „Internetführung“ wurde 2013 mit dem „eLearning Award“ ausgezeichnet. Bei der Bildungsmesse „didacta“ in Köln erhielten die Kooperationspartner den Preis in der Kategorie „Social Media“. Unter anderem heißt es in der Begründung: „E-Learning befreit nicht nur vom Diktat der Zeit und des Ortes, sondern auch von Hof im Schnee: Hermann Goebel malte dieses Bild 1913. Im Dezember wird es aus dem Depot der Kunsthalle geholt und in drei Führungen erläutert. Eine davon wird im Internet übertragen. Foto: Museum Das Bild des Monats Dezember wie das hier abgebildete Gemälde „Hof im Schnee“ von 1913, zeigen eine Beeinflussung durch den Expressionismus. Hermann Goebel studierte erst an der Karlsruher Akademie bei Ludwig Schmid-Reutte und Wilhelm Trübner, wurde dort später Professor und Leiter einer Malklasse und schließlich Direktor. Goebel konnte sich – wenn zunächst auch degradiert – als einer der wenigen Professoren auch nach 1933 an der Akademie halten und hatte das Amt des Direktors bis 1945 inne. Die Führungsreihe des Roncalli- Forums „Ungesehen – Gemälde aus dem Depot“ mit der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe bietet jeden Monat kunsthistorische und theologische Informationen zu einem Kunstwerk der Sammlung. Zwei Führungen finden im Museum statt, eine dritte wird im Internet übertragen. Dr. Albert Käuflein Passend zur Jahreszeit, zeigt uns Hermann Goebel einen Blick in einen Hinterhof im Winter. Der Karlsruher Künstler schuf vor allem Landschaften des südwestdeutschen Raumes, bevorzugt des Bodensees, des Neckartals und des Odenwaldes. Stilistisch sind seine Frühwerke dem Jugendstil zuzuschreiben, seine späteren, farbintensiven Arbeiten, so Termine �� Dienstag, 13. Dezember 2016, 19 Uhr (Abendführung) �� Mittwoch, 14. Dezember 2016, 13 Uhr (Kunstimbiss) �� Mittwoch, 14. Dezember 2016, 16 Uhr (Internetführung) Veranstaltungsort: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe Treffpunkt: „Roncalli-Wand“, Hauptgebäude, Hans-Thoma-Straße 2, 76133 Karlsruhe. Den Link zur Internetführung erhalten Sie beim Roncalli-Forum: info@roncalli-forum.de. Das Roncalli-Forum braucht Förderer Das Roncalli-Forum ist ein Zentrum für theologische Erwachsenenbildung. Es versteht sich als Ort der Reflexion, des Dialogs und des Diskurses. In seinen Veranstaltungen greift es aktuelle und grundsätzliche Themen aus Kirche, Theologie, Wissenschaft, Kunst, Politik und Gesellschaft auf. Dabei beruft es sich auf den Geist des Papstes Johannes XXXIII., der mit bürgerlichem Namen Angelo Giuseppe Roncalli hieß. Johannes XXXIII. steht entscheiden Sie sich für eine Spende oder Mitgliedschaft! Stephan Langer, Vorsitzender des Fördervereins für eine Öffnung der Kirche zur Welt sowie für einen neuen Aufbruch in der Kirche selbst – vor allem, weil er das Zweite Vatikanische Konzil einberief. Der Förderverein unterstützt das Roncalli-Forum ideell und materiell. Das bedeutet: Wir wirken bei der Programmgestaltung mit. Außerdem werden mit unserer Hilfe größere Veranstaltungen finanziert und prominente Referenten eingeladen. Wir möchten Sie zum Mittun einladen. Bitte, fordern Sie weitere Informationen über den Förderverein an! Und Fordern Sie unser aktuelles Programm an! Roncalli-Forum Ständehausstraße 4 76133 Karlsruhe Telefon 07 21 / 9 32 83 30 www.roncalli-forum.de info@roncalli-forum.de


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