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Die ersehnte Reform Erbschaftssteuer und Nachfolge: Endlich Rechtssicherheit für Familienunternehmen Erfolgsprinzip: Zusammenhalt! Deutschlands nächste Familienunternehmer: Ein Verkauf des Betriebes kommt nicht in Frage Für den Nachwuchs der deutschen Familienunternehmer ist die Übernahme unternehmerischer Verantwortung das wichtigste berufliche Ziel, sei es als Nachfolger oder als Gründer eines Start-ups. Dies hat eine empirische Studie der Zeppelin Universität Friedrichshafen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Familienunternehmen ergeben. 75 Prozent der Befragten wollen nicht nur Gesellschafter des Familienunternehmens sein, sondern Impressum Familienunternehmen. Eine Anzeigensonderveröffentlichung der Badischen Neuesten Nachrichten vom 30. September 2016. Redaktion: Holger Keller Anzeigenleitung: Ulf Spannagel beitern, sondern künftig auch gegenüber Banken und Kunden betonen. Die potentiellen Nachfolger sind überzeugt, dass die Positionierung als „Familienunternehmen“ im Werben um Fachkräfte hilft. SF kleine Minderheit in Frage. Als Angestellter in einem anderen Familienunternehmen sehen sich in Zukunft nur 14 Prozent, in einem Konzern neun Prozent, im öffentlichen Dienst fünf Prozent. Auf der nächsten Generation lastet ein hoher Erwartungsdruck: 83 Prozent gaben an, dass ihre Eltern die Führungsnachfolge im Familienunternehmen von ihnen erwarten würden. Ein Familienunternehmen zu sein, dies ist aus Sicht der nächsten Generation ein echter Wettbewerbsvorteil, stellt man weiter fest. 57 Prozent bejahen dies in der Befragung und werden dies daher nicht nur gegenüber Mitarauch operative Führung im elterlichen Unternehmen übernehmen. Für einen guten Teil der Befragten ist auch die Gründung ihres eigenen Unternehmens eine realistische Option. WERBEN UM FACHKRÄFTE „Die Bereitschaft, in die Firma der Familie einzusteigen, steht im Wettstreit mit dem Wunsch, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Für welchen Weg man sich letztlich entscheidet, hängt stark davon ab, wie konkret der Übergang von der einen auf die andere Generation festgelegt ist“, so Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung. „Es fällt auf, dass sich die Mehrheit der potentiellen Nachfolger auch die Arbeit im Team mit Fremdgeschäftsführern vorstellen kann. Insgesamt ist festzustellen, dass speziell bei größeren Familienunternehmen die Professionalisierung der Nachfolge einen deutlich höheren Grad erreicht hat als bei vorangegangenen Generationswechseln“, führt Heidbreder aus. Ein Verkauf des Familienunternehmens kommt allein für eine Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern. Öfter mal was Neues probieren Familienbetriebe werden dem Ruf als Ideenschmieden gerecht klen“, sagt Stefan Bender, Leiter Firmenkunden Deutschland bei der Deutschen Bank. Dabei lassen die Rahmenbedingungen noch Luft nach oben: „Die Verunsicherungen nehmen schleichend zu“, warnt Holger Lösch, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. „Mit dem Ergebnis des Referendums der Briten, der Entscheidungslosigkeit in der Erbschaftsteuer und den Widersprüchen im Klimaschutzplan der Bundesregierung gibt es drei Negativbeispiele, die unsere Familienunternehmen immer stärker belasten. Die Bundesregierung ist aufgerufen, zügig Signale für Wachstum zu setzen und den Mittelstand auch für die Zukunft wetterfest zu machen“, fordert Lösch. Die sozialen, arbeitsrechtlichen und steuerlichen Bedingungen in Deutschland sowie die Energiewende wirken sich laut Umfrage tendenziell negativ auf die Investitionen aus. Dies ist wichtig, da der größte Teil im Inland investiert wird: So gaben Familienunternehmen mit mehr als 1 000 Beschäftigten im vergangenen Jahr 4,9 Prozent des Umsatzes im Inland aus, gegenüber 2,4 Prozent im Ausland. Nahezu acht von zehn Arbeitsplätzen werden aktuell in Deutschland bereitgestellt. Rund 45 Prozent der befragten Unternehmen planen, in diesem Jahr neue Mitarbeiter einzustellen. Mehr als jede fünfte Firma gibt an, der Fachkräftemangel hemme sie dabei, noch mehr zu forschen. Deutsche Bank Über ein Viertel der großen deutschen Familienunternehmen hat in den vergangenen drei Jahren ein völlig neues Produkt auf den Markt gebracht. Das ergibt eine aktuelle Befragung, die der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Deutsche Bank gemeinsam mit dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn organisiert haben. Jedes zweite große Familienunternehmen hat im selben Zeitraum durch Innovationen die eigene Produktpalette erweitert, gut 60 Prozent haben die Produkte und Dienstleistungen verbessert. An der Umfrage nahmen rund 380 der 4 500 größten Familienunternehmen in Deutschland teil, die mindestens 50 Millionen Euro im Jahr umsetzen. INVESTITION IN ZUKUNFT Deutschlands größte Familienunternehmen zählen damit zu den innovativsten Arbeitgebern der Republik: Sie investierten 2015 bundesweit rund 3,1 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung, in der Gesamtwirtschaft lag der Anteil bei 2,8 Prozent. Weit mehr als ein Drittel der Unternehmen plant, diese Ausgaben im laufenden Jahr noch zu steigern. „Deutschland profitiert stark von der Innovationskraft seiner großen Familienunternehmen. Diese Innovationskraft gilt es abzusichern gegen einen wachsenden globalen Wettbewerb bei immer schnelleren Innovationszyentfällt sie ganz. Erfreulich ist, so Velten, dass ein erhöhtes Verschonungsbedürfnis bei familiengeführten Unternehmen gesehen wird. Für Familienunternehmen mit Kapitalbindung beziehungsweise Verfügungsbeschränkungen ist ein Steuerabschlag von maximal 30 Prozent auf den Firmenwert vorgesehen. Problematisch sieht Velten die derzeitige Unsicherheit, unter welchen steuerlichen Bedingungen Unternehmen seit dem 1. Juli 2016 bis zum Zeitpunkt der Verabschiedung der Reform verschenkt oder vererbt werden: Das Gesetz sieht eine rückwirkende Anwendung der neuen Regelungen für Erwerbe nach dem 30. Juni 2016 vor. Zwischen diesem Zeitpunkt und der Verabschiedung der Reform kann niemand auf bisheriges Recht vertrauen. Michael Hölle Stets sollte ein erfahrener Berater den familienstrategischen Nachfolgeprozess begleiten. „Für den kleineren Mittelstand mit einem Betriebsvermögen von unter 26 Millionen Euro ändert sich durch die Reform nicht viel“, resümiert Dirk Velten, Steuerberater und Partner bei Ebner Stolz in Karlsruhe, „sofern sie das Unternehmen fortführen und Arbeitsplätze erhalten.“ Bei Großerwerben ab 26 Millionen Euro kommt es hingegen zu größeren Einschnitten. Hier gibt es eine Bedürfnisprüfung, um von der Erbschaftsteuer befreit zu werden. Dazu muss der Erbe nachweisen, dass er nicht in der Lage ist, die Erbschaftsteuer zu zahlen. Die Verschonung sinkt mit der Größe des Unternehmensvermögens. Ab einem geerbten Betriebsvermögen von 90 Millionen Euro tung. 91 Prozent aller Unternehmen sind Familienunternehmen“, erläutert Oliver Striebel, Wirtschaftsprüfer und Partner bei Ebner Stolz in Karlsruhe. KEINE PATENTLÖSUNG Der Nachfolgeprozess ist eines der kritischsten Ereignisse für die Unternehmen und die Familie. Studien belegen den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Problemen und misslungenen Nachfolgeprozessen. „Eine Patentlösung hierfür gibt es leider nicht. Unternehmerische und familiäre Dynamiken machen individuelle Lösungen notwendig. Dabei bezieht sich die Nachfolge immer öfter auf die Gesellschafterrolle“, betont Andreas Rupp, Rechtsanwalt und Partner bei Ebner Stolz Karlsruhe. Der zähe Kampf um die Reform der Erbschaft- und Schenkungssteuer scheint nun endlich beendet. Auch künftig werden Firmenerben von der Erbschaftsteuer weitestgehend befreit werden – wenn auch unter deutlich verschärften Vorgaben. Das Karlsruher Bundesverfassungsgericht hatte Ende 2014 die bisherigen Begünstigungen für Firmenerben als zu weitreichend erachtet und den Gesetzgeber zum Handeln bis 30. Juni 2016 aufgefordert. Nach zähen Verhandlungen konnte der Vermittlungsausschuss vor einigen Tagen endlich eine Einigung erzielen, über die der Bundesrat nun Mitte Oktober entscheidet. Seine Zustimmung gilt als sehr wahrscheinlich. „Die Erbschaftsteuer hat für Familienunternehmen eine große Bedeu- 91 Prozent aller Unternehmen sind Familienunternehmen. Der Nachfolgeprozess ist nun ein Stück weit rechtssicherer geworden. Foto: Fotolia / contrastwerkstatt


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