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6 AUSBILDUNG & BERUF ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG Ahmad Zyab prüft gemeinsam mit Ausbildungsleiter Hans Geideck ein Druckerzeugnis auf etwaige Fehler. Fotos: ank Ahmad Zyab (rechts) und Kollege Pascual Röll bilden ein gutes Team in ihrem Betrieb B&K Offsetdruck. Heute Flüchtling – morgen Fachkraft Ahmad Zyab, aus Syrien geflohen, absolviert Ausbildung bei der Ottersweierer Firma B & K Allein im vergangenen Jahr haben mehr als eine Million Flüchtlinge den Weg nach Deutschland gefunden. Viele Experten gehen davon aus, dass die Eingliederung dieser Menschen in den deutschen Arbeitsmarkt ein langwieriger Prozess sein wird. Bis die Mehrheit einen Job gefunden hat, kann es demnach bis zu 15 Jahre dauern. Deutlich schneller Fuß gefasst hat der gebürtige �� BNN: Herr Zyab, Sie arbeiten nun bereits seit einigen Monaten bei der Firma B&K. Macht Ihnen die Arbeit Spaß? Ahmad Zyab: Das kann ich mit einem eindeutigen Ja beantworten. Ich war bereits in Syrien und später auch während meiner Flucht in Libyen in der Druckerbranche tätig. Die Arbeit gefällt mir und meine Kollegen haben mich sehr gut aufgenommen. Daher würde ich mich freuen, wenn ich nach Beendigung ������ ������������ ������ �������� ������ ������������������������������������������������������������������������������������ �������������������� �������������������������������� �������� ���������������� �������������������� ������������������������ �������������� ������ �������������������������� Syrer Ahmad Zyab, der Wir bieten: ■ Abwechslungsreiche Ausbildung ■ Gleitzeit ■ Gutes Betriebsklima Wir erwarten: ■ Interesse am Beruf bei der Firma B&K Offsetdruck in Ottersweier ■ Mittlere Reife und/oder Berufskolleg ■ Fachhochschulreife/Abitur für ein duales Studium ■ Teamfähigkeit Bitte bewerben Sie sich bei Herrn Dr. Ulrich Offermann. Eisenbahnstraße 19-23 ■ 77855 Achern Telefon 07841/708-0 ■ Telefax: 07841/708-301 www.schubra.de ■ Mail@schubra.de seit dem 1. September 2015 eine dreijährige Ausbildung zum Medientechnologen Druck absolviert. „Wir sind stets auf ein äußerst angenehmes und freundliches Wesen, er ist darüber hinaus auch sehr ehrgeizig, fleißig und hoch intelligent!“ Das kann auch Zyabs Kollege Pascual Röll bestätigen: „Ahmad ist ein toller Typ mit einer sehr schnellen Auffassungsgabe. Die Zusammenarbeit mit ihm klappt einwandfrei.“ Einziges Manko von Zyab, der in Damaskus aufgewachsen ist und in seiner Heimat zwei Jahre Maschinenbau studiert hat, ist derzeit noch die deutsche Sprache. „In der relativ kurzen Zeit, in der er jetzt in Deutschland ist, hat er diesbezüglich zwar schon riesige Fortschritte gemacht, aber das muss und wird auch noch besser werden“, sagt Geideck auch mit Blick auf die Ausbildung an der Berufsschule. Unterstützung erhält der 24-Jährige von seinem Unternehmen im Übrigen nicht nur in beruflichen, sondern auch in privaten Angelegenheiten wie beispielsweise bei Behördengängen. „Wir tun unser Bestmögliches, dass Ahmad sich bei uns und in Deutschland möglichst schnell einlebt“, erklärt Geideck, der seinem Schützling bescheinigt, dass dieser sich auf dem besten Weg der Integration befindet. Andreas Kleber der Suche nach qualifizierten Bewerbern. Leider wird es aber immer schwerer geeignete Leute zu finden. Deshalb muss man wie im Fall von Ahmad manchmal auch ungewöhnliche Wege beschreiten“, erklärt Hans Geideck, der bei B&K als Technischer Betriebsleiter und Ausbildungsleiter fungiert. UNTERSTÜTZUNG DURCH DEN BETRIEB Angefangen hat alles im Juli vergangenen Jahres, als Geideck einen Artikel im Ottersweierer Gemeindeblatt las, in der das Landratsamt Rastatt Partnerbetriebe zur Ausbildung von Flüchtlingen suchte. „Nach einem ersten telefonischen Kontakt verging erst einmal eine gewisse Zeit, ehe sich eine Dame vom Landratsamt Rastatt bei mir meldete und erklärte, dass sie einen potenziellen Auszubildenden für uns hätte, den sie guten Gewissens empfehlen könne“, erinnert sich Geideck. Die Entscheidung, dem 24-jährigen Syrer eine Chance zu geben, hat Jörn Kalbhenn, Inhaber und Geschäftsführer von B&K, bis heute „keine einzige Sekunde bereut“: „Ahmad hat nicht nur DREI FRAGEN AN AHMAD ZYAB Ahmad Zyab wird Medientechnologe Druck. meiner Ausbildung übernommen werde. �� BNN: Fühlen Sie sich nach drei Jahren auf der Flucht inzwischen sowohl beruflich als auch privat integriert? Zyab: Beruflich sowieso und auch außerhalb der Arbeit läuft es immer besser. Die Flüchtlingsunterkunft in Bühl habe ich mittlerweile gegen eine Wohnung in Vimbuch getauscht. �� BNN: Gibt es Personen, denen Sie besonders dankbar sind? Zyab: Ja, da gibt es einige. Neben den Verantwortlichen der Firma B&K, die mir diese Chance gegeben haben, sind das unter anderem auch einige meiner Lehrer der Carl-Hofer-Schule in Karlsruhe, die mich fördern und immer wieder anspornen. Einstieg als Praktikant Die IHK sieht das Einstiegsqualifizierungsjahr (EQ) als vielleicht größte Chance für Flüchtlinge an. Die Jugendlichen absolvieren dabei ein sechs- bis zwölfmonatiges Praktikum in einem Unternehmen und damit Teile eines anerkannten Ausbildungsberufes, wofür die IHK ein Zertifikat ausstellt. Über dieses Modell übernehmen die Betriebe etwa zwei Drittel der EQ-Praktikanten in ein Ausbildungsverhältnis. In diesem Jahr stehen außerdem eine spezielle Berufsorientierung für Flüchtlinge an Schulen auf dem Programm sowie Infoveranstaltungen für Ausbildungsbetriebe. Die IHK Karlsruhe hat darüber hinaus das Konzept des sogenannten „Vocational Training“ entwickelt. ank Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen und Asyl beantragen, steigt stetig. Nicht wenige haben dabei gute berufliche Qualifikationen oder zumindest das Potenzial dafür. Dieses Potenzial können Unternehmen in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels langfristig für sich nutzen. Neben dem Landratsamt Rastatt setzt sich auch die Industrie und Handelskammer Karlsruhe (IHK) stark dafür ein, dass Flüchtlinge zu Fachkräften ausgebildet werden. Die IHK Karlsruhe arbeitet gemeinsam mit der Arbeitsagentur, dem Landratsamt, der Handwerkskammer und den Berufsschulen daran, eine mittel- bis langfristige Integration des Großteils der Flüchtlinge zu erreichen.


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