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Für Privatpiloten ist Wingly eine Möglichkeit, die Kosten zu senken. Fotos: pr So sieht man sich bei Fairmondo: Transparent. Damit wird gerne kokettiert. KLEINE SCHRITTE HIN IN RICHTUNG EINES GERECHTEREN UND SOZIALEREN UMGANGS MIT MENSCH UND UMWELT Wie Start-ups versuchen, die Welt ein kleines bisschen fairer und besser zu machen der hinter Fairmondo steckt und beteiligen sich gerne an der Idee. Der Clou: Fairmondo macht einen Unterschied, ob die angebotenen Waren unter fairen Bedingungen entstanden sind oder zumindest im Fair-Trade Handel zu finden sind. „Pro Verkauf haben wir eine Provision von sieben Prozent, bei fair gehandelten Produkten sinkt unsere Provision auf vier Prozent“, so Peters. „Ein Prozent jeder Transaktion geht direkt an Transparency International.“ REICHTUM IST NICHT GEFRAGT Anteile an dem Online-Marktplatz gibt es ab zehn Euro – das Einlagenmaximum liegt bei 25 000 Euro. „Es soll niemand mit einer zu großen Einlage zu großen Druck auf die Entwicklung von Fairmondo nehmen“, begründet Peters das Maximum. Unabhängig von der Größe einer Einlage ändert sich das Stimmgewicht des Anteilseigners nicht. Als Sozialunternehmen soll Fairmondo niemanden reich machen. Stattdessen ist sichergestellt, dass viele etwas davon haben. Insbesondere soll das Unternehmen unabhängig von den Interessen großer Investoren bleiben. Deshalb basiert es auf vielen kleineren Investitionen von vielen Menschen. „Derzeit haben sich bereits 2 100 Menschen an der Genossenschaft beteiligt“, so Peters. Das Konzept kommt gut an: „Die Reaktionen der Menschen auf Fairmondo sind bislang überwältigend der Mitflieger. „Wichtig ist, dass jeder, der mitfliegt, auch der Pilot, das Gleiche zahlt“, so Klein. So ergibt sich für Privatpiloten die Möglichkeit, über Angebote auf Wingly auf die notwendigen jährlichen Flugstunden zu kommen, um die Lizenz behalten zu können. Zwölf Flugstunden muss ein Privatpilot jährlich vorweisen, um auch im kommenden Jahr fliegen zu dürfen. „Das ist angesichts immer weiter steigender Preise für manche Piloten ein Problem. Die Kosten für eine Flugstunde steigen kontinuierlich und längst nicht jeder Inhaber einer Pilotenlizenz verfügt auch über ein eigenes Flugzeug. Das muss er dann chartern, um die Stunden für den Erhalt der Lizenz auch vorweisen zu können“, erklärt Lars Klein die Situation. Mit Passagieren an Bord könne man zu den gleichen Kosten pro Person bis zu drei Mal so oft fliegen. Sorgen um die Sicherheit sind unangebracht. Bevor man als Pilot aufgenommen wird, müssen alle notwendigen Dokumente wie ein ärztliches Attest vorgelegt werden. Auch die Flugzeuge unterliegen strengen Sicherheitsauflagen durch den TÜV. „Wir sind guter Dinge, dass sich das mittelfristig in urbanen Gegenden durchsetzen wird“, wirft Klein einen Blick in die Zukunft. Derzeit sind 1150 Piloten registriert und etwa 5 500 Passagiere. Wingly ist in Frankreich und Deutschland aktiv. Lars Klein blickt weiter nach vorne: „In vier bis fünf Jahren wollen wir einen Großteil Europas bedienen.“ kel gut. Die Menschen suchen einfach nach fairen Alternativen zu den großen Spielern am Onlinemarkt.“ Einen anderen Markt wollen die Gründer des Start-ups Wingly umkrempeln und demokratisieren: private Flüge. Anders gesagt, sie wollen diesen Markt neu gründen, denn so in dieser Form gibt es ihn noch gar nicht wirklich. Seit Juli 2015 bringt Wingly Piloten und Passagiere zusammen. Die Flüge sind privater Natur, es sind keine festen Linien und große Passagiermaschinen sind es auch nicht. „Zwei Drittel der von unserer Plattform gebuchten Flüge sind Rundflüge“, so Mitgründer Lars Klein im Gespräch. Die Freizeit steht hier ganz klar im Vordergrund. „Die allermeisten der registrierten Piloten fliegen auf Sicht, Instrumentenflug ist eher unüblich, da die Ausbildung länger dauert und die meisten Piloten im Anschluss bei einer Airline arbeiten möchten. “ Piloten, die feste Routen anbieten, sind selten. „Sinn haben durchaus auch Verbindungen wie Hamburg nach Sylt oder von München aus in die Alpen“, sagt Lars Klein. Wie funktionierts? Im Prinzip wie bei den Online-Anbietern von Mitfahrgelegenheiten. Als Pilot offeriert man eine Strecke oder einen Rundflug. Als Passagier bietet das Portal oder die App umfangreiche Möglichkeiten, nach Flügen zu suchen. Die Preise sind fest – eine Flugstunde kostet in der Regel um die 50 Euro, abhängig vom Flugzeug und Anzahl Fair, ökologisch, verantwortungsbewusst – die Share Economy ist angetreten mit einer großen Verheißung: Ressourcen für mehr Menschen verfügbar zu machen, sie zu teilen und gemeinsam zu verwenden. Es ist eine Abkehr von jenen Mechanismen, die den Konsum als Selbstzweck fördern, die den Besitz und die Anhäufung dessen weiter vorantreiben. An den althergebrachten Prinzipien des Unternehmertums zu feilen, das erfordert den Willen, etwas zu verändern. Der Internetmarktplatz Fairmondo gehört dazu: „Wir wollen die Wirtschaft verändern, das war von Anfang an der Gedanke hinter der Idee“, sagt Christian Peters von der Berliner Onlineplattform. Es steckt im Namen und es zieht sich durch das gesamte Internetangebot. Und es zeigt sich im Handeln des Unternehmens. Von den Branchengiganten eBay oder Amazon grenzt man sich bei Fairmondo bewusst ab. Das beginnt schon bei der Geschäftsform. Fairmondo ist eine Genossenschaft. Das Unternehmen gehört letztlich allen, die sich mit einer Einlage beteiligen. Und jeder kann in die Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden. „Unser Konzept ist zu 100 Prozent auf Transparenz und Korruptionsresistenz ausgelegt“, bekräftigt Peters im Gespräch. Das heißt nicht, dass man sich gewerblichen Händlern auf der Plattform verschließt. Warum auch? Nicht wenige unterstützen den Gedanken, Megametropole Seoul – in der südkoreanischen Hauptstadt ist die Share Economy schon lange angekommen. Foto: Jurec/Pixelio.de METROPOLE MIT AUSGEPRÄGTEM HANG ZUM TEILEN Shuttlebusse von Unternehmen sind ein weiteres Beispiel: Freie Plätze werden dort an weniger mobile Menschen wie Schwangere vergeben. Sie können mitfahren und sind nicht auf die übervollen öffentlichen Transportmittel angewiesen. Zentrale Datenbank der vielen Sharing Angebote ist die öffentliche Internetseite Seoul Sharing, auf die jeder Zugriff hat. Es funktioniert in Seoul recht gut, dank einer hervorragenden Internet-Infrastruktur (Breitbandversorgung: 97,5 Prozent) und der koreanischen Tradition „Pum-a-si“, die das selbstverständliche Teilen des Essens beschreibt. Und die Idee greift in der Metropole weiter um sich. Das Wachstum ist ungebremst. kel Zehn Millionen Einwohner, 606 Quadratkilometer Fläche: Die Metropolregion Seoul gehört zu den größten Stadtgebieten überhaupt. Sie ist aber zugleich auch die Sharing City überhaupt. Park Won-soon ist seit 2011 Bürgermeister der Metropole. Und er setzt voll auf die Share Economy, um wirtschaftliche, soziale und ökologische Probleme der Stadt zu lösen. Private und öffentliche Ressourcen werden dafür verwendet. So werden am Wochenende und außerhalb der Arbeitszeiten die Parkplätze öffentlicher Einrichtungen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Und während der Arbeitszeiten greift das Vorgehen umgekehrt bei privaten Parkplätzen. MARKEN-BOTSCHAFTER GEGEN DIE VERÖDUNG DER INNENSTÄDTE store2be: Gewinner beim Wettbewerb „Share Economy – Impulsgeber des digitalen Wandels“ Das junge Karlsruher Start-up store2be hat es sich zur Aufgabe gemacht, Einkaufszentren und Geschäften bei der kurzfristigen Vermietung real existierender, temporär nutzbarer Flächen zu unterstützen. Offline- und Onlinemarketing befruchten sich hier also gegenseitig. Das könnte ein Rezept für die Zukunft des stationären Einzelhandels sein. Für diesen Beitrag zur Share Economy entschied store2be neben vier weiteren Start-ups den landesweiten Wettbewerb von shareBW für sich. MARKTPOTENZIAL? 100 000 LÄDEN Der Grundgedanke von store2be erscheint naheliegend. „Wir bieten vornehmlich in Deutschland stationäre Aktions- und Verkaufsflächen in Einzelhandelsgeschäften und Einkaufszentren, aber auch an außergewöhnlichen Orten wie etwa Kinos oder Fitnessstudios“, erläutert Mitbegründer Dr. Marlon Braumann. Zu buchen sind auf der Plattform store2be seit September 2015 mehr als 800 unterschiedlich große Flächen in ganz Deutschland. „Wir gehen von einem Markt von mehr als 100 000 Läden aus, für die unser Modell in Frage kommen kann.“ Mit wenigen Klicks können Unternehmen, die entweder in der Offline-Welt oder online aktiv sind, die Flächen zur Präsentation ihrer Marken und Produkte buchen. „Dabei profitieren sie von der bestehenden Kundenfrequenz, sprechen gezielt Neukunden an und erhalten ein direktes Kundenfeedback.“ Derzeit sind im Einzelhandel zwei sich ergänzende Trends zu beobachten, die store2be für sich nutzt. Zum einen will der Onlinehandel zunehmend seine Angebote „zum Anfassen“ präsentieren. (Amazon erwägt beispielsweise die Eröffnung eigener Läden), zum anderen muss sich der Einzelhandel im Zuge der Digitalisierung weiterentwickeln und seine Atzuständig. Sven und Marlon betreiben seit Kurzem die Geschäfte von Berlin aus. Emil und Peter entwickeln indessen in Karlsruhe die Plattform technisch weiter. „In der Fächerstadt ist in der Tat eine Gründerstimmung zu riechen“, schildert Dr. Marlon Braumann seine Eindrücke. „Im Vergleich zu anderen Städten aber vielleicht noch etwas zu verhalten.“ oef WEBSEITE www.store2be.com store2be hat vier Gründerväter, die bis vor kurzem zusammen vor Ort in Karlsruhe den Erfolg vorantrieben. Sven Wissebach und Dr. Marlon Braumann haben zusammen an der WHU, der Otto Beisheim School of Management in Vallendar studiert. Sie sind für die betriebswirtschaftliche Seite, Vertrieb, Finanzierung und Personal zuständig. Emil Kabisch und Peter Gundel studierten am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), entwickelten die Online-Buchungsplattform und sind für die technische Seite von store2be.com traktivität steigern. „Unsere Vision ist es, dass Innenstädte künftig die Orte sein werden, an denen soziale Interaktionen und reale Begegnungen mit Marken stattfinden“, erklärt Braumann. Der Kunde erwartet künftig mehr denn je Ereignisse. Der stationäre Einzelhandel muss sich vom Produktverteiler zum Erlebnisort wandeln. „So wirkt store2be wenn auch nicht unmittelbar, dann doch mittelbar der Verödung der Innenstädte entgegen.“ Das Start-up-Unternehmen, das seine Wurzeln in Karlsruhe hat, bietet somit beiden Seiten einen Mehrwert: Der Inhaber von Flächen erzielt zusätzliche Mieteinnahmen und macht sein Geschäft für Kunden durch immer wieder neue „Gastprodukte“ interessant. Die „Gastmieter“ der temporären Aktionsflächen hingegen profitieren von der Kundenfrequenz und einer bestehenden Infrastruktur. Zudem können sie auf der kostenlosen Plattform diverse Zusatzleistungen wie mobile Bezahlsysteme, Standbauplanungen oder Personal hinzu buchen. store2be – Das sind Peter Gundel, Dr. Marlon Braumann, Emil Kabisch und Sven Wissebach. (von links). Foto: store2be UND IN ZWEI JAHREN? den Fall in Deutschland, gerne auch darüber hinaus.“ Dr. Marlon Braumann, Mitgeschäftsführer von store2be „In zwei Jahren möchten wir mit store2be der führende Netzwerk-Marktplatz für physische Promotions sein - auf je


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