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ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG Oberderdingen … alles zum Leben! 21 Jeder dritte Haushalt hatte einen eigenen Bulldog Richard Friedrich schwelgt in Erinnerungen an Mohnanbau, den Abbruch der Zehntscheuer und Pforzheimer Weinliebhaber Reitacademie Stevenson Individuelle Reitkurse Kinderprogramm Persönlichkeitstraining mit Pferden Richard Friedrich. Foto: pos Sommerkurse jetzt buchen! Kinderferienbetreuung im August Nähere Informationen unter Am Stadion 15, Oberderdingen www.reitacademie.de · Tel. 0171 5853570 Und BLANCO zu verdanken. Die umliegenden Alle Ortsteile sind liebenswert Auch Manfred Sauter wurde eine Bürgermedaille verliehen Jahrzehnten als Kommunalpolitiker konnte Manfred Sauter mit Unterstützung seiner Gremienkollegen und der Gemeindeverwaltung viele Projekte auf den Weg bringen. Dazu gehören der Kirchgessnerplatz, der Treppenaufgang vor der Sickinger Kirche, die Versetzung des Brunnens von der Bissingerstraße vor die Schlossgartenhalle, die Schwimmbadsanierung, der Bau der Sickinger Trauerhalle und die Sanierung des Flehinger Bahnhofgebäudes mit der Nutzung als Bürger- und Vereinshaus. Bis heute können sich die Menschen im Ort auf Sauter verlassen, wenn sie Hilfe benötigen. „Das Flehinger Schwimmbad, das derzeit zu einem Naturerlebnisbad umgebaut wird, lag uns Flehingern schon immer am Herzen. Allein für dessen damalige Sanierung konnte ich rund 60 ehrenamtliche Helfer und Freunde mobilisieren“, erinnert sich Sauter. Die Entwicklung der Gemeinde bewertet er als sehr positiv. Großvillars sei durch seine Besenwirtschaften und das Café ein beliebtes Ausflugsziel, auch für zahlreiche Auswärtige. An Flehingen schätzt Sauter die guten Einkaufsmöglichkeiten, die auch Käufer aus den umliegenden Ortschaften anlocken. „Mir gefällt, dass das interkommunale Industriegebiet so gut läuft und zahlreiche Arbeitsplätze entstanden sind. Auch das Vereinsleben empfinde ich als sehr gesund.“ pos Manfred Sauter. Foto: pos Verhandlungsgeschick und eine zupackende Art sind die Eigenschaften, mit denen Manfred Sauter 30 Jahre lang im Ortschaftsrat in Flehingen und im Oberderdinger Gemeinderat seine Arbeit anging. Zehn Jahre davon war er Ortsvorsteher in Flehingen. Seine Verdienste für die Gemeinde ehrte die Kommune mit der Bürgermedaille, die Manfred Sauter am 8. April erhielt. „Kommunalpolitik kann wirklich sehr schön sein. Ich war immer mit meinem ganzen Herzblut dabei und mir hat meine Arbeit immer sehr viel Freude gemacht“, erzählt der 75-Jährige. In den drei Gemeinden hatten diesen immensen Vorteil nicht, wir waren schon sehr früh eine finanzkräftige Gemeinde. Geschätzt jeder dritte Haushalt hatte einen eigenen Bulldog. �� Wie hat sich in dieser Zeit das Leben für Sie persönlich verändert? Um 1950 hatten wir 12 Ar Ackerland, davon sechs Ar mit Kartoffeln und sechs Ar mit Mohn. Den Mohn haben wir mit dem Ziehwagen in der Gochsheimer Ölmühle abgegeben, für eine solche Menge würde man heutzutage ins Gefängnis kommen. Später ging es uns besser, denn wie schon mein Vater verdienten auch meine Mutter, mein Bruder, ich und später auch meine Frau ihr Geld bei der E.G.O. in Oberderdingen. �� Was hat Oberderdingen neben der Industrie damals noch ausgezeichnet? Oberderdingen war damals wie heute sehr bekannt für seine hervorragenden Weine. Der Weinbau war schon damals bis in den Stuttgarter Raum berühmt. Die Pforzheimer kamen zu Fuß mit Ziehwagen zu uns, kauften neben Obst natürlich auch Wein. Das Weingut Kern hatte Anfang der 50er Jahre sogar einen Parkplatzwächter, da regelmäßig 50 bis 60 Autos dort Seit nunmehr 76 Jahren lebt Richard Friedrich in der Gemeinde Oberderdingen. Viele Entwicklungen und Veränderungen hat er miterlebt und gespannt verfolgt. Im Interview mit BNN-Mitarbeiterin Claudia Pospieszczyk schwelgt er in Erinnerungen an Mohnanbau, den Abbruch der Zehntsteuer und Pforzheimer Weinliebhaber, die den Weg nach Oberderdingen zu Fuß mit dem Ziehwagen auf sich nahmen – nur, um in den Genuss der vorzüglichen und auch heute weithin bekannten Oberderdinger Weine zu kommen. �� BNN: Wie lange leben Sie schon in der Gemeinde Oberderdingen? Richard Friedrich: Ich lebe hier seit 76 Jahren, bis auf die ersten acht Tage meines Lebens. Ich wurde in Maulbronn geboren. �� Wie haben Sie denn Ihre ersten Lebensjahre verbracht? Ich habe die ersten 17 Lebensjahre in ganz bescheidenen Verhältnissen gewohnt, das kann sich heutzutage niemand mehr vorstellen. �� Wie sah das Leben in der Gemeinde vor mehr als 60 Jahren aus? Die Derdinger waren die Ersten, die neben der Landwirtschaft noch Geld verdienen konnten. Das hatten wir den beiden großen Unternehmen E.G.O. für mich nichts dagegen. Dass wir heute so ein tolles Amthofareal mit einem der schönsten Rathäuser in ganz Deutschland haben, haben wir meiner Meinung nach Altbürgermeister Erwin Breitinger zu verdanken. Das Areal ist bis heute charakteristisch für das Ortsbild. �� Welche Entwicklung der Gemeinde verwundert Sie? Die Menschen hatten früher kaum Geld. Trotzdem hatte Oberderdingen an die zehn Wirtschaften, in denen man auch nachmittags essen konnte. Das fehlt mir heutzutage ein wenig. �� Was macht Oberderdingen für Sie heute noch lebenswert? Bei uns ist sogar das Feldwegnetz besser als in den umliegenden Gemeinden. Das Ortsbild hat sich rasant entwickelt und wir haben vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, trotzdem aber immer noch Bäckereien und Metzger im Ort. Mit dem Forum Oberderdingen und dem Aschingerhaus wurden alte Gebäude saniert und sie werden nun sinnvoll genutzt. Zum Derdinger Horn, einem der schönsten Aussichtspunkte, kommen sonntags vor allem zahlreiche Auswärtige und spazieren dort. In Oberderdingen wohnt man wirklich sehr schön, denn es ist eine sehr gepflegte Gemeinde. waren. Die Leute tranken schon immer gern ihr Viertele. �� Welche Entscheidung in der Vergangenheit hat Oberderdingen aus Ihrer Sicht bis in die heutige Zeit entscheidend geprägt? Rund 85 Prozent der Menschen haben damals den Abbruch der alten Zehntscheuer befürwortet. Das Gebäude war abbruchreif, daher sprach auch


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