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14 WIRTSCHAFT IN DER REGION ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG Wegbereiter der Technik von heute UNTERNEHMER: In diesem Jahr wird der 200. Geburtstag von Werner von Siemens gefeiert / Pionier der Elektrotechnik Der Siemens Industriepark in Karlsruhe: Auf 280 000 Quadratmetern arbeiten insgesamt 6 000 Menschen. Foto: Siemens ke in der Schöneberger Straße 19 ihre Werkstatt. Bereits ein Jahr später machte der Firmenname in Europa die Runde. EINE TECHNISCHE SENSATION Das Unternehmen hatte mit der 500 Kilometer langen Telegrafenleitung zwischen Berlin und Frankfurt am Main die längste Kommunikationsverbindung in Europa geschaffen. Und es war jene Leitung, über die am 28. März 1848 die Nachricht der Proklamation Friedrich Wilhelms IV. von Preußen zum deutschen Kaiser nach Berlin telegrafiert Es war Werner von Siemens, der 1866 über seine neueste Entwicklung sprach und folgende Worte an seinen Bruder William richtete: „Die Effekte müssen bei richtiger Konstruktion kolossal werden. Die Sache ist sehr ausbaufähig und kann eine neue Ära des Elektromagnetismus anbahnen.“ In den Monaten zuvor hatte er die dynamoelektrische Maschine erdacht, konstruiert und gefertigt. Damit wurde elektrischer Strom verhältnismäßig einfach und kostengünstig zu erzeugen. Werner von Siemens hat mit dieser Entwicklung den Lauf der Welt vermutlich geprägt wie nur wenige Menschen nach ihm. In diesem Jahr wird der 200. Geburtstag des Pioniers gefeiert. URTEIL DES ERFINDERS: „LÄCHERLICH EINFACH“ Ernst Werner Siemens, später dann von Siemens, wird am 16. Dezember 1816 in Lenthe, nahe Hannover geboren. Es ist eine Zeit des Umbruchs, des Wandels. In seinen ersten Lebensjahren wächst Werner Siemens in einem von Acker- und Viehwirtschaft geprägten Land auf. Deutschland ist noch nicht Teil der Industrialisierung Westeuropas. Doch Siemens war treibende Kraft dahinter, dass sich bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Land zu einer der führenden Industrienationen der Welt entwickelte. Sein Erfindergeist war offensichtlich: 1847 entwickelte er aus Zigarrenkisten, Weißblech, einigen Eisenstückchen und isoliertem Kupferdraht einen Zeigertelegrafen, der bisherigen Geräten überlegen war. Siemens selbst urteilte über das Gerät: „Lächerlich einfach.“ Der Grundstein des Konzerns, der heute schlicht unter dem Namen Siemens firmiert, wurde im selben Jahr mit dem Universitätsmechaniker Johann Georg Halske gelegt. Der Name war „Telegrafen Bauanstalt von Siemens & Halske“. In Berlin eröffnete er mit Halsßenbahn, damals in Berlin, und in Mannheim den ersten elektrischen Aufzug. Anwendungen, für die die klobigen und lauten Dampfmaschinen oder Verbrennungsmotoren nicht geeignet waren, konnten nun durch Maschinenkraft erledigt werden elektrische Geräte, wie sie heute allgegenwärtig sind, sind durch diese Anstrengungen erst möglich geworden. Ohne Siemens’ Entwicklungen sähe die Welt heute anders aus. Neben der technischen Evolution muss es Werner von Siemens auch hoch angerechnet werden, Vorreiter in Sachen Arbeitnehmerbeteiligung gewewurde – noch in der Stunde seiner Ernennung. Es war ein politisches Ereignis und eine technische Sensation. Als Werner von Siemens 1866 die dynamoelektrische Maschine ersann und konstruierte, waren die Aktivitäten der Telegrafenbauanstalt bereits weit über Deutschland hinaus gediehen. Es gab bereits Zweigniederlassungen in Russland und England. Österreich und USA folgten in den 1880er Jahren. Eisenbahnen, elektrische Motoren und Dynamos stellte das Unternehmen her. Siemens & Halske zeichnete auch verantwortlich für den Bau der ersten elektrischen Straßenbeleuchtung und Stra- Die dynamoelektrische Maschine revolutionierte den Umgang und die Verwendung von Elektrizität – die Voraussetzung für die moderne Technik von heute. Foto: Siemens Historical Werner von Siemens auf einem Porträt um 1872. Foto: Siemens Historical


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